Übersichtskarte

Dienstag, 18.09.2018

Angekommen auf Java

Wir sind jetzt schon ein paar Tage in Yogya(karta) auf Java! 

Berichte folgen bald ...

Die Auflösung des Pflanzenquiz findet Ihr ab sofort über den Fotos (Blogeintrag vom 09.09.18)

The winner is: ZINA! Du hast fünf von sieben Abbildungen richtig erkannt! 

Herzlichen Glückwunsch!embarassed

Dienstag, 11.09.2018

Irgendwie doch immer weiter

Jau, eine Nachtfahrt, wie sie im Buche steht!(in den Blogs der Backpacker in Indonesien)

Aber erstmal runter von der Fähre mit vollem Gepäck im dicken Regen durch Pfützen und Sturzbäche. Ein paar Leute des Fahrtvermittlers holen uns ab, haben mehr oder weniger funktionierende Schirme dabei. Wir sind zu viert, Alexandro aus Italien und Sabine von der Insel Tasmanien (was für geografische Voraussetzungen für eine Paarfindung! Sie haben aber mal zusammen in England studiert). Die beiden waren in der gleichen Unterkunft am Tobasee und begleiten uns nach Bukittinggi, einer größeren Stadt im mittleren Teil Sumatras. Von dort wollen wir in's Harau-Tal, wo es landschaftlich sehr schön und gut zum Wandern sein soll. 

Nun warten wir im "Büro", einer kleinen Garküche mit Tischen und Stühlen. Dabei habe ich die Gelegenheit, dem jungen Koch beim Zubereiten indonesischer Speisen zuzuschauen. Ich entdecke die Ursache der für mich so schwer zu verdauenden Schärfe. Er hat verschiedene Plastikflaschen und Schüsselchen mit Soßen, die er immer mal wieder dazu gibt. Außerdem schneidet er in der Ecke mit diversen Gemüsesorten verschiedene Chilischoten klein und mischt sie in der großen Blechpfanne über dem Gaskocher unter das Essen. Daneben stehen Schälchen mit Salz und Zucker, Pfeffer kann ich nicht entdecken.
Nach diesen Beobachtungen habe ich nun die Möglichkeit, dem aufgeschlossen wirkenden und etwas Englisch sprechenden Koch, der meine interessierten Blicke ohne offensichtliche Reaktion genau registriert hat, zu erklären, wie er bitte ein Essen für mich zubereiten möchte. Ich wähle Ei, Reis, Gurken, Frühlingszwiebeln, Tomaten, alles in die Pfanne mit etwas Oel und Salz, mehr nicht! Er macht es nach einigen fragenden Hinweisen auf seine Soßen genau so, gibt die Tomaten natürlich erst später dazu, sie würden ja sonst verkochen. Gurken kommen roh direkt auf den Teller. Und er schneidet beim Zerkleinern der Tomaten den grünen Strunk heraus! Etwas, worauf ich viel Wert lege und was ich selbst in besseren Restaurants in Deutschland manchmal nicht erlebe. Er probiert wie jedes Mal das Ergebnis des Kochvorgangs - und verzieht beinah schmerzerfüllt das Gesicht. Das ist nicht sein Geschmack! Für mich alles gut, ein bisschen Salz noch dazu, das wird mir bekommen.

Der Fahrtvermittler, Vater des Kochs, erklärt uns, dass noch 3 weitere Reisende dazu kommen, wir also zu siebt im Auto sitzen würden, naja. Das steckt gerade im Stau, schwierige Verkehrsverhältnisse aufgrund des ständigen Regens. Um 18:30 fing das Warten an, um 21:30 endet es. Wir nehmen erstmal im Kleinbus großzügig auf den beiden hinteren Reihen Platz. Es heißt, die drei weiteren steigen unterwegs zu. Die vorderen Seitenscheiben sind während der Fahrt geöffnet, trotz des Regens. Nach einer Weile verstehen wir den Grund: es riecht im Inneren nach Abgasen, irgendein Defekt zwischen Abgasführung und Lüftungssystem. Ohje, das bleibt nicht das einzige Erschwernis. Außer den Platzverhältnissen, die bleiben großzügig, denn die drei Angekündigten sind unterwegs nicht aufzutreiben, vielleicht vom Wolkenbruch vertrieben.

In der Nacht platzt ein Reifen, zum Glück bei niedriger Geschwindigkeit, wir merken fast nichts davon. Der Fahrer, nicht englischsprechend und am Anfang mürrisch, muss erstmal einen festen, ebenen Untergrund finden und dann für die Montage des Reservereifen (es gibt einen) raus in die Nässe, er tut uns leid und sammelt Bonuspunkte. Weiter geht's. Z. Zt. noch viel Verkehr, große Lastwagen, Busse, Motorräder, enge Orte, gute Straßen mit waghalsigen Überholmannövern, schlechte und ganz schlechte Geröllwege, Schlaglöcher. Wir schütteln hin und her, Platz genug dafür ist ja. Schlafen? Unvorstellbar, dennoch scheint es zu gelingen. Geli wird am nächsten Tag von Schnarchphasen meinerseits berichten. Sie selbst macht wohl kein Auge zu, obwohl sie es schafft zu liegen, braucht ja nicht sooviel Platz. Der Fahrer ist sympathischerweise beunruhigt, weil es nun kein Reserverad mehr gibt. Das ist beim allgemeinen Zustand von Auto, Reifen und Straßen wohl tatsächlich ein Problem. So sucht er die ganze Nacht nach einer Reifenwerkstatt, hält immer wieder an, fragt wie selbstverständlich auch um 2:00, 3:00, sie haben die Reifengröße nicht. Stunden vergehen. Die Jagerei über mehr als 500 km und dieser ständige Abgasgestank sind so nervig, dass schon Fragen aufkommen "Was machen wir hier eigentlich? Sollte so unsere Reise verlaufen?"
Wir tanken, rasten, essen, gehen zur Toilette, muss ja sein. Als es hell wird, kann der Fahrer nicht mehr, er versucht auf dem Lenkrad wenigstens kurz zu schlafen, wieder Bonuspunkte für das rechtzeitige Beachten von Grenzen. Weiter. Hat nicht gereicht. Er muss sich richtig hinlegen, eine Stunde Pause in einer "Raststätte".

DerTransport von A nach B ist mehr eine Expedition und schweißt uns zusammen, auch zeichensprachlich und mit indonesischen Sprachbrocken mit dem Fahrer. Zwischen den langen Phasen des Jeder-für-sich-Dahindösens lustige und persönliche Gespräche mit den beiden anderen. Die Sonne scheint, es ist auch mal gute Stimmung.

Kurz danach findet unser Fahrer den richtigen Reifen (gebraucht) in einer kleinen Werkstatt am Straßenrand, der Mitarbeiter dort beherrscht alle Handgriffe für das Umziehen aus dem Effeff und hat auch eine Maschine, die ihm hilft, druckluftbetrieben, etwas einfacher als in Deutschland. Der 'neue' Reifen kommt an's Fahrzeug, Reserverad wieder in seine Halterung. Der Fahrer zahlt 9,- (€) für alles.

Etwas später sausen wir über den Äquator, keine Energie, den Fahrer um einen Fotostopp und die glückbringende Rückwärtsüberquerung zu Fuß zu bitten. 14:15 erreichen wir Bukittinggi nach 16:45 Stunden. Geli will nur noch schnell in die gebuchte Unterkunft im Harau-Tal. Wir ordern ein Grab-Taxi und werden nach weiteren 1,5 Std direkt vor einer Felswand abgesetzt. Sonnenbeschienene Bungalows, Dusche, Essen und Trinken. Holländerinnen von früheren Orten, die auf anderen Wegen auch hierher gekommen sind. Frau/Man trifft sich auf Sumatra.

Am nächsten Morgen trübe ... Pfannkuchen, Tee, ihr kennt das. Der Besitzer setzt sich dazu, wie seine Frau nett, kontaktfreudig, offen, gut drauf. Englisch mit erstaunlichem Wortschatz, nur gelernt 'by doing' mit Gästen. Seeehr persönliche Themen: Muslima ohne Koptuch? Ja! Jetzige Beziehung, frühere Beziehungen, Enttäuschungen, Liebesschmerz, Umgang mit Stress, Sexualität, Alter, -sunterschieden. Ernsthaftigkeit und Lachen. Ich finde es gerad mal wieder erstaunlich, was an Kontakten und Austausch möglich ist auf dieser Reise. Ich bin das erste Mal soweit weg in einer ganz anderen Kultur und erlebe, wieviel Verbindendes entstehen kann zwischen Menschen auf der Welt, das hatte ich so nicht erwartet. Wenn ich allerdings von der Terrasse des Restaurants zur Seite gucke und die Menschen auf dem Reisfeld hart arbeiten sehe, wird mir klar, dass wir und auch der Besitzer hier trotz seiner Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen zum privilegierteren Teil gehören. Viele sind davon ausgeschlossen, profitieren vielleicht ein bisschen von dem Geld was wir in's Land bringen, mehr nicht.

 


14:00, es regnet. Wir sind im Bungalow, schreiben Blog ... ... ... Mist!

Sonntag, 09.09.2018

Soa, jetzt reicht's!

Sitzen gerade in unserem Restaurant am Tobasee (da wo wir bis heute gewohnt haben) und gucken auf wolkenbruchartigen Regen, der einfach nicht aufhören will. Eine graue Wand schiebt sich vor das Panorama, Einzelheiten sind nicht mehr zu erkennen.

Vor 2 Tagen haben wir eine Wanderung auf MapsMe-Wegen gewagt und sind im Regen zurückgekehrt.

Es war schon eine anstrengende Kraxelei, sehr steil und teilweise schlammig, nur Wurzeln und Sträucher zum Festhalten. Für mich eine geliebte Herausforderung, für Geli weniger. Da war also der Regen noch das kleinere Übel.

Gestern 70 km Motorroller-Tour über die Halbinsel Samosir, die mitten im See liegt und auf der wir auch unsere Unterkunft haben.

Was hat uns begleitet nach anfänglichem blauen Himmel? Heftiger Regen! Wir mussten uns immer wieder unterstellen, weil es zu extrem war. Aber Zeit genutzt: warm gemacht mit Dehnübungen, Kniebeugen, Liegestütz. Beste Gelegenheit.

Vollkommen durchnässt und frierend sind wir zurückgekommen. Wenigstens schöne warme Dusche. Also von 6 Tagen hatten wir einen ohne Regen am Tobasee.
Gleich um 17:15 holt uns die Fähre ab. Wir fahren mit dem Sammeltaxi gegen 22:00 in 10-16 Std nach Bukittinggi, Nachtfahrt ... Mal sehen, ob wir dort mal etwas im Trockenen unternehmen können. Wenn nicht, geht's ziemlich schnell weiter, nach Java.

Sonntag, 09.09.2018

Kleines Pflanzenquiz

Jetzt  seid Ihr dran! embarassed surprised wink

Welche Pflanzen/Früchte sind das? Ich habe sie alle in den letzten Tagen hier am Toba-See fotografiert.

Hier ist die Auflösung:

1. BANANEN (zum Essen)

2. PAPAJA (nicht immer soooo lecker)

3. KAKAO

4. MARACUJA (direkt vom Baum gegessen:super lecker! 

5. (hier z. Zt. keine Früchte, Erntezeit vorbei)

MANGO

 

6. (bitte vergrößern um die Früchte zu erkennen)

CANDLE NUT (habe ich roh gegessen: lecker! Laut Aussage der Einheimischen kein Problem, im Internet steht jedoch, dass sie nur gekocht verzehrt werden dürfen, roh sind sie giftig!

 7. Avocado (die sehen hier wirklich manchmal so aus, essen wir oft als Guacomole)

 

Donnerstag, 06.09.2018

Was geht so

Es kehrt Reisealltag ein. Bei strahlendem Sonnenschein langsames Übersetzen auf der 'slow ferry' zum "Festland", gut zum Abschiednehmen von unserer Insel.

Gespräche entwickeln sich wieder mit einer einheimischen Englisch-Lehramt-Studentin muslimischen Glaubens und einer Medizin-Studentin aus Deutschland, die gerade Famulatur in einem Krankenhaus in Padang gemacht hat, einem unserer nächsten Reiseziele.
Die Stadt am Fährhafen kennen wir schon, die Unterkunft auch. Am nächsten Tag geht's mit Grab-Taxi zum Flughafen, die Abläufe spielen sich ein. Im Flieger Bekanntschaft zum netten Sitznachbarn, einem Geschäftsmann aus der Großstadt Medan, wo wir alle heil ankommen wollen, trotz der Fluggesellschaft von der schwarzen Liste, Lion-air. Rattert und knarzt hier alles lauter als in den bisherigen Flugzeugen?
Wir steigen schon ein bisschen erleichtert aus und werden vom netten Mann zum Zug in's Zentrum und an der richtigen Haltestelle hinaus begleitet.

Unser Hotel hat diesmal mehr Sterne, fünf stehen auf der Seite im Internet. Die Kosten dafür halten sich sehr im Bereich des Bezahlbaren, so gönnen wir uns das. Erstmal müssen wir aber die wohl längste Strecke bisher laufen mit unseren Rucksäcken. Zwei davon hat jeder plus mein Umhänger mit Papieren und Geld plus Gelis Tüte mit Wanderschuhen, die ich seit Beginn verständlicherweise tragen darf (sie findet nämlich Plastiktüten ganz schrecklich). Wir schaffen das ganz gut.
Mit dieser Ausstattung, meinen kurzen Hosen und Sandalen komme ich mir irgendwie klein vor in Anbetracht der vielen Sterne. Unser Zimmer im 10. Stock ist dann ruhig, kühl und sauber, aber alles ein bisschen alt. Also doch nur drei deutsche Sterne, ich wachse wieder. Außerdem kommt am nächsten Morgen zum Frühstücksbüfett meine beste Kleidung zum Tragen, ordentliches Hemd, helle lange Hose. Geli mit Kleid passend angezogen - wir können uns beruhigt der Speisenauswahl widmen. Es gibt viel Deftiges, eher Brunch. Die Auswahl ist riesig, für uns werden es Croissants, angedeutetes Körnerbrot, Omelette, Marmelade, frische Waffel und - viel Tee! Die überaus freundliche Bedienung erkennt schnell, dass wir den Tee nicht nachgeschenkt haben möchten, sondern lieber die ganze Kanne auf unserem Tisch stehen bleiben soll. Kein Problem.

Am nächsten Morgen steht dann die Kanne bereits auf dem für uns reservierten Tisch.
Wir lassen den jetzigen Tag erstmal ruhig angehen. Mit Hilfe einer jungen Frau an der Rezeption unseres Hotels versuchen wir unsere Weiterreise zum Tobasee zu organisieren, einem riesigen Kratersee inmitten Sumatras mit schönen Landschaften und interessanten gesellschaftlich-kulturellen Aspekten.

Im Internet kursieren die wildesten Geschichten über die Fahrt dorthin mit dem öffentlichen Bus. Abzocke bis zum Geht-nicht-mehr mit Androhung von Gewalt etc. Die Fahrt selber kostet eigentlich nur 2,40 €, aber am riesigen Busbahnhof ist es schwer, bis zu dem Bus mit diesem Preis durchzudringen. Die Frau an der Rezeption weist in ihrem etwas eingeschränkten Englisch auch gleich auf diese Verhältnisse hin (... it's dangerous! Why? Nur zu ahnen was sie meint). Jedenfalls kann sie uns eine Fahrt im Privattaxi für 48,- € anbieten. So einfach wollen wir das nicht oder im Geli-Sprech: "definitely too expensive"! Nach einigen Telefonaten noch ein Angebot: 4,80 €/Person im Sammeltaxi mit Abholung direkt vorm Hotel um 6:00 morgens, Stirnrunzeln. Dann doch erst um 9:00. Es ist nicht allzu schwer für Geli, Abenteuer-Peter von den Vorteilen zu überzeugen und so sagen wir zu, bekommen einen Zettel mit einem Vornamen und einer Telefonnummer.

Da es trüb ist und nicht viel anzusehen gibt laut Reiseführer, schauen wir im Hotelzimmer auf Gelis Tablet über WLAN ein paar Beiträge aus der ARD-Mediathek an.

Später raffen wir uns auf und laufen zu einem Einkaufszentrum, wo wir essen, etwas Obst und eine neue Sonnenbrille kaufen. Den Pool im Innenhof des Hotels schaffen wir nicht mehr, schon wieder müde. Im TV laufen amerikanische Filme mit indonesischen Untertiteln, muss nicht sein.
Richtig früh um 7:45 aufstehen, wir schaffen das! Schnelles Frühstück (ich finde noch zartschmelzende Haferflocken und frische Milch, hhmm), schnelles Packen, 8:50 stehen wir vorm Hotel - und es tut sich 35 Minuten nichts. Ein freundlicher Mann, dessen Funktion unklar ist, steht mit anderen Männern, die eindeutig zum Hotel gehören, neben uns. Auf Gelis Nachfrage ruft er für uns die Nummer von unserem Zettel an. Ergebnis: wir sollen zum Mega-Travel irgendwo in der Stadt kommen. Häh? Die kennen Geli wohl nicht! Etwas anderes war vereinbart! Sie saust mit dem Fahrstuhl hoch zur Hotelrezeption im 9. Stock, ich bleibe beim Gepäck. Jetzt bekommt der freundliche Mann einen Rückruf. Wir sollen warten, in 5 Minuten kommt jemand, der uns abholt zum Mega-Travel. Die Minuten rasen dahin, wo bleibt Geli? Schließlich bitte ich einen Hotelmitarbeiter, in der Rezeption anzurufen und "Angelika" herunter zu bitten. Ich stehe ungeduldig drinnen vorm Fahrstuhl und hoffe damit telepathisch irgendwie die Abläufe beschleunigen zu können. In dem Moment fährt das angekündigte Auto vor und der Fahrer lädt bereits unser Gepäck ein. Mittlerweile wissen nämlich alle Menschen vorm Hotel, was bei uns abgeht und haben ihn entsprechend angewiesen.

Sie kommt!

Und Abfahrt!

Sehr, sehr viel und dichter Verkehr. Der Fahrer ist ein As was schnelle Fahrzeiten in diesem Gewusel angeht. Bei mir beschleunigt sich der Herzschlag leicht und ich kann mir wieder nicht vorstellen, hier selber hinterm Steuer zu sitzen. Trotzdem ist bei allen Fahrten, die wir bisher gemacht haben, nichts passiert, auch wenn nach meinem Empfinden dabei manches Mal nur Millimeter gefehlt haben.

Mega-Travel stellt sich als kleiner Unterstand am Straßenrand heraus. Einige Männer tun mehr oder weniger geschäftig und versuchen uns eine Fahrt zu zweit für viel mehr Geld zu verkaufen. Schließlich sollen wir unser Ticket bezahlen, jetzt 5,40/Person. Nein, 4,80! Wenn ich das hier so lese, kommen mir das irgendwie lächerlich vor. In der Situation geht es aber um 80.000 oder 90.000 und alle Beteiligten diskutieren diese Unterschiede mit großem Ernst. Jedenfalls zahlen wir 2x 80.000 und nehmen nach einer Wartezeit in einem etwas größeren Kombi Platz, zusammen mit einigen Einheimischen, die mittlerweile ebenfalls hergebracht worden sind. Ich darf aufgrund meiner Statur vorne sitzen, Geli in der 2. Reihe mit einer Frau und einem Mann. Zwei weitere Männer sitzen ziemlich eng in der 3. Reihe, weshalb Geli ihnen gleich ein Paket abnimmt, was sich dort noch befindet. Das wiederum nehme ich nach einer Weile in meinen vergleichsweise großen Fußraum, sitze dann ähnlich eng wie alle anderen. Unterwegs wird eine weitere Person aufgenommen, nun also zu 8 in dem dafür nicht vorgesehenem Auto. Die günstigen 80.000 inkl. Abholung vom Hotel relativieren sich langsam ...
Aus der 3. Reihe verlässt eine Person ziemlich bald das Fahrzeug. Das nützt Geli nichts, die nun neben einem Mann sitzt, der sich ziemlich breit macht und vielleicht nicht anders kann.

Es wird gelegentlich geraucht, gerülpst, eine Tank- und eine Essenspause gemacht. 5 Std später erreichen wir den Tobasee. War jetzt keine schöne Fahrt, aber auszuhalten. Die Mitreisenden trotz sprachlicher Barrieren alle freundlich, so auch die Verabschiedung.

Auf den letzten Kilometern kündigt sich ein Gewitter an, der Tobasee begrüßt uns wolkenverhangen mit Regen und Wind. Kühlster Ort bisher auf Sumatra in 900 m Höhe.

Schutz bietet uns die Fähre nach TukTuk, dem touristischen Zentrum der Gegend. Wir werden über ein steiles Brett mit händischer Hilfe direkt vor unserer Unterkunft abgesetzt. Dort geleitet uns ein Mitarbeiter zu unserem Bungalow. Er gibt uns statt der gebuchten Standardausführung die De Luxe-Version. Kundenpflege in Zeiten des Bewertungswettlaufs bei schlechtem Wetter und wenigen Touristen. Für uns also ein schönes Zuhause für die nächsten 4 Tage, direkt am See mit tollem Blick.

Das Restaurant einige Treppen höher, geöffnet von 7:00 - 21:30. Am nächsten Morgen bekommen wir wertvolle Reisetipps von einigen jungen Leuten, die auch hier wohnen. Uns interessieren vor allem die Weiterreise-Möglichkeiten nach Bukitinggi, unserer nächsten Station. Es finden sich nämlich auch dazu wieder ziemlich schreckliche Beschreibungen in den Internetforen.
Später mieten wir uns einen Roller und machen uns auf den unerwartet holprigen Weg zum eco-village-farmstay, einem Projekt einer Indonesierin und ihres deutschen Mannes.

Auf dem Land ihrer Vorfahren haben sie viele heimische Bäume gepflanzt und Plantagen angelegt, ernähren sich von eigenen Erträgen. Sie bieten Gästen die Möglichkeit, mitzuhelfen oder ein paar Tage dort zu verbringen und mit der Bezahlung das Projekt zu unterstützen. Es wird gemeinschaftlich lecker gekocht, wie in den zahlreichen positiven Bewertungen zu lesen ist. Die Fahrt dorthin über Schotterpisten ist sehr anstrengend. Eine Ausschilderung fehlt und so fahren wir zweimal vorbei. Als wir endlich ankommen, begrüßt uns eine Mitarbeiterin sehr freundlich, bittet uns herein und bereitet ein kleines Essen mit frischem Saft, Küchlein und süßen Aufstrichen.

Die Betreiber des Anwesens sind heute nicht da. Die Mitarbeiterin kann kaum Englisch und so können wir unsere Fragen zum Projekt nicht anbringen, hatten wir doch überlegt, hier ein paar Tage zu verbringen. Elias, ein deutscher Student, der heute erst angekommen ist (zu Fuß die 18 km gelaufen!), hat auch noch keine Informationen. Wir schauen uns ein bisschen um und gewinnen nicht den Eindruck eines funktionierenden landwirtschaftlichen Betriebes. Es wirkt eher wie ein Stück Land im Dornröschenschlaf mit einer lebendigen Ecke für gelegentliche Gäste. Insgesamt nehmen wir Abstand von der Idee, hierher zu kommen. Der Preis für die nette Bewirtung eben? "Gebt was ihr wollt." Na, das ist schon ein besonderer Platz!

Unterwegs sehen wir Beispiele traditioneller Batak-Häuser, einer hier heimischen Volksgruppe, die größtenteils in der Neuzeit den christlichen Glauben angenommen hat. Deswegen gibt es viele Kirchen, keine Moscheen, keine Frauen die Kopftücher tragen. Das Miteinander ist sehr liberal und offen gegenüber westlichen Lebensvorstellungen. Auch das ist möglich in Indonesien.

Auf dem Hinweg hatten wir Rast gemacht bei der Bäckerei einer ausgewanderten Deutschen, entdeckten, dass ein ganzes, wunderbar gestaltetes Resort dazu gehört. Außerdem kurze Kontaktaufnahme dort mit einer auf Bali frisch verheirateten jungen Frau aus Deutschland, die sich beim Erzählen jedes Mal bei "mein Freund äähhh, Mann" (der auch aus Deutschland kommt und gerade noch auf dem Zimmer ist) verspricht und dann rot anläuft. Die beiden haben etwas Besonderes vor und sind die Ersten, die uns toppen: ZWEI Jahre unterwegs!!!
Hier wollen wir nun besprechen wie es weiter gehen soll für uns am Tobasee. Daraus wird dann ein komplettes Abendessen und ein Wiedersehen mit Leuten, die bei Treetop in Iboih unsere Nachbarn waren. Wir erhalten leider die Information, dass eine Verlängerung unseres Aufenthaltes in diesem schönen Resort nicht möglich ist, ausgebucht.
Im Dunkeln auf dem Motorroller mit funktionierendem Licht suchen wir den Weg zurück zu unserem Cottage. Jetzt eine warme Dusche! Ja, funktioniert! Ich bin müde, obwohl es erst 20:30 ist. Was soll's, Zähne putzen, schlafen. In der Nacht dann heftiges Gewitter und (bei uns würde man sagen Stark-) Regen, hier ganz normal. Leider habe ich wieder Darmprobleme, aber keine Übelkeit und muss 2x raus. Ich sehe das positiv und denke: so wird aufgeräumt im Darm, gelegentliche Verstopfungen "restlos" beseitigt.
Heute ist es trübe, gelegentlich Regen. Pfannkuchen mit Zucker schmeckt und bekommt mir wieder gut. Der freundliche Mann vom Restaurant entgegnet unserem stirnrunzeligen Blick zum Himmel: time to chill! Wir nehmen ihn beim Wort, schreiben Blog, lesen, hängen ab. Unterbrochen nur von gelegentlichen (etwas halbherzigen) Versuchen Gelis, doch noch irgendeine gemeinsame Aktivität zustande zu bringen. Einen kleinen Spaziergang über das Gelände des Resorts schaffen wir.

Am Abend dann ein schöner Sonnenuntergang 

Donnerstag, 30.08.2018

Endlich - unser erster Traumstrand zum Bleiben!

Eines Nachmittags: Wir erkunden mit dem Motorroller die Insel und wollen zu Freddie's, einer Unterkunft am Meer, die im Reiseführer in den höchsten Tönen beschrieben wird und im Internet bereits Monate im Voraus ausgebucht ist. Der Name kommt von einem Südafrikaner, der diesen schönen Platz vor Jahren aufgebaut hat, sich um die Korallen vor dem Strand kümmert und hervorragend kochen soll. Vielleicht - so hoffen wir - ist es ja möglich, vor Ort noch ein Zimmer zu ergattern. Als wir dort ankommen - ein unscheinbares, ausgeblichenes Schild weist uns in letzter Minute den Weg - müssen wir jedoch feststellen, dass tatsächlich nichts mehr frei ist. Wir laufen zum Meer runter und trauen unseren Augen kaum: ein Superstrand mit feinem weißem Sand, türkisfarbenem Wasser und verschiedenen Palmenarten. Und das Beste: Es sind kaum Leute hier, wie kann das bloß sein?

 

Wir laufen am Meer entlang und entdecken ca. 100 Meter weiter ein Restaurant mit mehreren freistehenden Bungalows direkt über dem Strand.

Als ich höre, dass es eine richtige italienische Espressomaschine gibt und wir heute Abend bei frischen Fisch einem Konzert lauschen können, sind wir vollends aus dem Häuschen und so - Ihr könnt es euch sicherlich gut vorstellen - gehören wir zu den letzten Gästen an diesem Abend ... .

Während wir alles genießen, wird uns beiden klar, dass wir hier gern bleiben möchten. Zu unserer großen Freude ist in 2 Tagen tatsächlich noch einen Bungalow mit Meerblick frei!

 

Nun sind wir schon den dritten Tag hier, und haben noch mal um 2 Nächte verlängert, denn es ist wirklich alles top!

Wir schauen von unserem bequemen Bett

oder der Terrasse direkt auf üppig blühende Pflanzen, Bäume und Meer,

 

zum (zugegebermaßen recht einfachen, aber völlig ausreichendem) Frühstücksbüfett sind es nur 15 Meter, zum Strandrestaurant ein kleines Stückchen weiter und schnorcheln kann man hier auch wunderbar. Am besten finde ich unser Freiluft-Badezimmer, ich freue mich jedesmal über die Eidechsen, die grünen Pflanzen und den freien Himmel während des Duschens.

  

Dienstag, 28.08.2018

Der weiße Hai war ein Riesendrückerfisch

Die Internetrecherche hat folgende Informationen ergeben:

DRÜCKERFISCHE

Sie sehen harmlos und drollig aus - Drückerfische. Doch insbesondere die Schwergewichte unter ihnen - der bis zu 75 Zentimeter große und an die 10 Kilogramm schwere Riesendrückerfisch (Balistoides viridescens) kann unter bestimmten Umständen zu einer großen Bedrohung für Schwimmer und Taucher werden.

DRÜCKERFISCHE: SCHÖN ANZUSEHEN, ABER IN DER BRUTSAISON AGGRESSIV!

In der Brutsaison geht von ihnen die größte Gefahr aus. Dann beschützen die Tiere ihr Gelege mit einer Vehemenz, die jeden noch so hartnäckigen Nestplünderer in die Flucht treibt. Zunächst zeigen Drücker dann gewöhnlich ihre Drohgebärden – wenn diese ignoriert werden, schwimmen die Fische den Eindringling aggressiv an, was normalerweise ein Fluchtverhalten des vermeintlichen "Eindringlings" einleitet.

Ein Schwimmer oder Taucher, der dieses Drohverhalten nicht wahrnimmt, läuft Gefahr, gebissen zu werden.

Mit ihrem starken Gebiss knacken Drückerfische Muscheln und zerbeißen Korallen, Seeigel und sonstige harte Nahrung. Entsprechend verheerend ist der Biss der Tiere.

Mühelos kann ein Riesendrückerfisch ein Fingerglied abtrennen oder tief ins Gewebe beißen. 

Fazit: Glück gehabt !!! Und Fische besonders in der Brutsaison in Ruhe lassen!

Samstag, 25.08.2018

Meine Begegnung mit dem "weißen Hai"

(Achtung Conny! Außerdem nichts für Leute, die kein Blut sehen können, bzw. auch nicht die Beschreibung davon)

Ich bin unter Wasser mit Brille und Flossen, Schnorchel mag ich nicht. Allein. Wir hatten eine Brille vergessen, also haben wir uns abgewechselt. Und Geli hat Magenprobleme, ist nur kurz im Wasser gewesen. Ich schwimme ein Stück weiter weg, so um die Ecke bis zu einem versteckten kleinen Strand. Alles gut, viele Korallen, neue und alte, abgestorbene und gesunde. Noch mehr Fische aller Arten, bunte Vielfalt. Darunter auch einige größere, bis zu 70 cm lang und ganz schön hoch, aber schmal. Normalerweise schwimmen diese, auch wenn der Abstand noch groß ist, von mir weg, wenn sie mich sehen. Auf dem Rückweg ist da ein dunkelbunter Großer der bleibt.

Ich schwimme näher, bin ja gut beweglich im Wasser, weil ich Flossen trage. Er versteckt sich leicht in einer Felslücke, in der sich auch noch anderes Getier befindet. Ich sehe nur lange Fühler die herumtasten. Jedenfalls tauche ich noch ein bisschen in seine Richtung und habe dann den Eindruck, als wenn er mir in seinem nicht sehr großen Maul die kleinen, zahlreichen Zähne zeigt. Na gut, ich mache noch einen leichten Schlag mit der Flosse im Wasser, so dass er vielleicht etwas Strömung spürt und setze dann meinen Weg fort.

Beim Luftholen sehe ich nah der steinigen Küste zwei Schnorchler, die mir nach einer Weile zuwinken, ich winke zurück. Plötzlich spüre ich etwas wie einen Stromschlag an meinem rechten Unterschenkel. Uups, denke ich, nun ist es passiert. Vielleicht eine Muräne, die sich gestört gefühlt hat, weil ich zu nahe an ihrem Versteck vorbei geschwommen bin? Oder vielleicht doch nur ein Ast, der im Wasser schwimmt und den ich unglücklich an einer scharfen Kante getroffen habe? Ich drehe mich um und versuche irgendetwas unter Wasser auszumachen. Der Meeresgrund und Felsen sind weit entfernt, das mit der Muräne kann also nicht sein. Ein Ast ist auch nicht zu entdecken. Aber da: der dunkelbunte Große von eben ist der einzige, der sich im Wasser um mich herum befindet. Ca. drei, vier Meter entfernt guckt er in meine Richtung und wirkt irgendwie angriffslustig. Der war's! Ist mir 10, 15 m gefolgt und hat mir heimtückisch in's Bein gebissen! Ist das zu fassen? Ist doch nicht zu glauben! Ich untersuche die leicht schmerzende Stelle und kann nur Druckstellen entdecken, keine offenen Wunden. Jedenfalls entschließe ich mich, mich nicht auf eine Auseinandersetzung einzulassen. Zumal der Fisch zwar immer noch zu erkennen ist, aber mich auch seinerseits nicht weiter attackiert. Zurück an unserem Strand bemerke ich dann doch zwei kleine leicht blutende Wunden. Das Meerwasser hatte das wenige Blut wohl gleich weggespült.

Jetzt schnell zu Geli, die meine Erzählung kaum glauben mag.
12 Stunden später: alles gut, Wunden verschlossen, keine Beschwerden. Aber immer noch Erstaunen über meinen intensiven Kontakt mit der tropischen Unterwasserwelt. Mal seh'n was bei den nächsten Tauchgängen passiert ...

Freitag, 24.08.2018

Banda Aceh und Inseltage

Bei Indojunkie, einer Reiseseite im Internet zu Indonesien, und auch anderswo hatten wir gelesen, dass in der Provinz Aceh die strengen Scharia-Gesetze gelten. Da wir aber gern auf die vorgelagerte Insel Pulau Weh wollen, mit Traumstränden und Schnorchelparadiesen, müssen wir da durch. Wir haben uns also auf Einschränkungen bezüglich Kleidung und Auftreten gefasst gemacht und wollen diese Seite auch ein bisschen erleben.
In der Stadt Banda Aceh ist von der Strenge aber nichts zu spüren. Wir sehen immer wieder unverschleierte Frauen, häufig christlichen Glaubens, wie wir erfahren, die sich selbstverständlich auf den Straßen bewegen. Überhaupt ist die Atmosphäre locker und entspannt, wir werden gegrüßt, gefragt wo wir herkommen und zu gemeinsamen Fotos gebeten. Hier sind europäische Touristen noch etwas Besonderes, es gibt viel freundliche Aufmerksamkeit. Wir übernachten in einem HomeStay, einer privaten Unterkunft mit vielen Backpackern und großer Küche, in der man sich zum Essen und Klönen trifft. Alles DZ mit eigenem Bad, kein Schlafsaal. Überall WLAN. Unser Zimmer ist ruhig, hat Klimaanlage, aber nur ein Hockklo, mit dem ich nicht so gut zurecht komme, für Geli kein Problem. Das Gastgeberpaar ist auch sehr freundlich und äußerst hilfsbereit, sie haben nicht ohne Grund sehr gute Bewertungen im Internet. In der Küche stehen Weißtoast, eine Art Marmelade, Schokocreme, Tee etc. zur Verfügung, was zwar nicht durchgehend unseren Speisevorlieben entspricht, aber Geli für's Erste hilft, wenn sie mit Hunger aufwacht.

Wir nehmen an angeregten Gesprächen in der Küche teil, treffen interessante und nette junge Leute aus Holland, Frankreich, Argentinien - und mehrere auch aus Deutschland. Mir fällt wirklich erfreut auf, wie selbstverständlich wir einbezogen und interessiert befragt werden, obwohl wir eher die Eltern-, in meinem Fall schon fast die Großeltern-Generation darstellen.
Die Nordküste der Provinz Aceh war 2004 eine der am stärksten vom Tsunami betroffenen Regionen mit Zehntausenden von Toten. Wir möchten ein bisschen verstehen, wie die Menschen mit dem schrecklichen Ereignis fertig geworden sind. Auf einem langen Spaziergang sehen wir uns zunächst eine große Moschee, dann das Tsunami-Museum und schließlich das riesige Kraftwerksschiff an, das damals weit ins Landesinnere gespült wurde, unglaublich.

Die Schrecken des Dezember 2004 werden noch einmal deutlich. Vor allem wird an diesen Plätzen jedoch die Solidarität hervorgehoben, die die Menschen in diesem Unglück aus aller Welt erfahren haben und wie viele Helfer persönlich nicht nur zum Aufräumen, sondern zum Zusammenstehen in größter Not und Trauer da waren. Das Erleben dieser Mitmenschlichkeit soll helfen, die Tragödie verarbeiten zu können.
Unser Super-Gastgeber bringt uns und einige Mitbewohner mit seinem Van nach 2 Tagen zur Fähre, deren Fahrt er telefonisch wegen des regnerischen und stürmischen Wetters die letzten Tage immer wieder überprüft hat. Außerdem hat er den Fahrkartenkauf für uns organisiert, so dass wir nicht in die lange Schlange müssen mit unseren großen Rucksäcken. Er will für all das partout auch nicht ein bisschen Geld annehmen. Geli sammelt trotzdem ein und steckt das Geld in die Fahrertür.

Die Überfahrt ist problemlos. Schon vor dem Aussteigen werden wir wieder von Taxifahrern bedrängt, die uns zu unserer Unterkunft bringen wollen. Unsere Mitreisenden Anna und Samira, Studentinnen aus Deutschland, wollen auch zum Ort Iboih und verhandeln für uns vier aufgrund ihres knappen Budgets besonders hart. Für 7,20 € (also 1,80/Person) fahren wir schließlich mit einem Minibus, der in Deutschland maximal 6 Personen aufnehmen dürfte, zunächst zu neunt bis fast an das andere Ende der Insel.
Hier übernachten wir an einem Hang überm Meer mit schönem Blick und teilen uns das Badezimmer mit diesmal älteren anderen. Wir haben leider keine Unterkunft mit eigenem Bad mehr buchen können. Über eine längere Steintreppe gelangen wir an's Wasser und gehen tauchen. Die Vielzahl bunter Fische ist wirklich sehr beeindruckend, nur etwas Sonne fehlt. Überhaupt ist es weiterhin immer wieder sehr regnerisch und stürmisch und das nervt nun langsam. Dazu kommen, wie bereits von Geli beschrieben, Magen-Darm-Probleme. Wir sind wenig unterwegs und das, was wir sehen, begeistert uns nicht gerade. Der Ort, die Küste, das Meer, eigentlich ein Traum.

Doch es wird kaum etwas draus gemacht, bzw. es wird verschandelt. Ohne Plan wird mal hier, mal dort gerodet, angefangen zu bauen, liegen gelassen, woanders neu angefangen, abgerissen. Überall liegen alte Baumaterialien, Müll, ausgerissene Pflanzen und Baumstämme herum. Die Häuser, Bungalows, Geschäfte sehen herunter gekommen und schrottig aus. Niemand greift ordnend ein, das ist auch eine Seite dieses Landes.

Unser englischer Gastgeber bestätigt dieses planlose, naturschädigende Vorgehen und ist froh, dass er zusammen mit seiner indonesischen Nachbar-Vermieterin in ihren Bereichen für mehr Ordnung und achtsamen Umgang mit der Natur sorgt.

Es klart auf und wir fahren mit dem Motorroller über die Insel. Die Sonne taucht alles in ein freundliches Licht, auch unser Gemüt. Am Kilometer Null Indonesiens treffen wir viele indonesische Touristen - sie wollen gemeinsame Fotos!

Die Affen kennen diesen Platz, es gibt leichte Gelegenheit an Futter zu kommen, hängen doch an den abgestellten Motorbikes diverse Tüten mit Essbarem. Dass es manchmal Widerstand gibt, wissen sie auch - und wie man ihn bricht! Will ein Mensch die Affen vertreiben, gehen sie mit gefletschten Zähnen und entsprechenden Geräuschen leicht auf ihn zu. Meistens macht das soviel Angst, dass der Mensch aufgibt. Ich habe aber auch Jugendliche beobachtet, die gleich einen Stock in die Hand nehmen und unerschrocken auf die Affen zugehen, sich von deren Drohgebährden nicht beeindrucken lassen und sie in die Bäume vertreiben - bis wieder ein ängstlicherer Vertreter der Gattung Mensch auftaucht und das Spiel von Neuem beginnt. Es ist also eine Frage des Auftretens, wie es ausgeht. Oder der Einstellung, diese Konfrontation nicht einzugehen, sich aus den Lebensbereichen der Affen herauszuhalten und sie nicht an diese Art der Futterbeschaffung zu gewöhnen.

Die Tankanzeige des Motorrollers geht gegen Reserve. Benzin gibt's am Straßenrand, gleich neben Kartoffeln und Ananas. Eine alte Frau löffelt 2 Liter aus einem Bottich in eine Kanne mit langer Tülle, unter unserem Sitz wird eingefüllt.

Nächster Halt: Pulau Weh Paradise, ein gehobenes Resort im Süden der Insel. Bungalows für 1.5 Mios die Nacht (90 €). Wir sitzen auf der Terrasse des Restaurants und schauen auf türkisfarbenes Meer mit weißen Schaumkronen, Palmen im Vordergrund ebenso weißer Sandstrand. Postkarte.

Ein Bungalow ist gerade frei, wir dürfen ihn anschauen. Das ist jetzt selbst für europäische Verhältnisse Luxus. Vom Boden bis zum Spitzdach verglaste Front zum unverstellten Blick auf's Meer, entweder von einer edlen Polstermöbel-Sitzgruppe im vorderen Teil aus oder vom etwas erhöhten großzügigen Bett mit schlichter, feiner Bettwäsche im hinteren Teil. Anschließend ein großes Badezimmer mit Felswandimitat. Vielleicht die Handschrift von Steve, einem Kanadier, der hier lebt. Den haben wir eben im Restaurant kennen gelernt. Er wirkt als "Consultant", wie uns die freundliche und immer intensiv lachende Dame von der Rezeption verrät, die übrigens gebürtig aus Bukit Lawang kommt und behauptet, Mina aus dem Dschungel sei ihre Tante (wieder lautes Lachen). Wir sind jedenfalls angetan, haben aber schon woanders gebucht. Und hätten das wohl auch sonst nicht genommen, schließlich liegt dieser Platz weit weg vom sonstigen Leben auf der Insel - und soviel Luxus brauchen wir nicht, unbedingt ...

Steve hat für uns ein Treffen mit Lia, der zuständigen Indonesierin der Unterkunft arrangiert, in der wir ab morgen wohnen werden. Dort bekommen wir schon mal einen Eindruck von der Örtlichkeit und Lage. Wir vereinbaren noch, dass wir am nächsten Tag von unserer derzeitigen Unterkunft abgeholt werden.
Jetzt aber Hunger! Auf zum "Bixio-Café", einem italienischen Restaurant am Long Beach in der Nähe unserer bisherigen Unterkunft, ausgewählt in der Hoffnung auf bekömmlicheres Essen. Es ist schon dämmrig, der Platz ist richtig schön mit warmer Beleuchtung unter Bäumen. Noch ein toller Strand, ruhig, ein paar Bungalows, vielleicht 2-3 Lokale. Ich finde Bruschetta - Knoblauchbrot mit lecker zuzubereitem Tomatendipp und Tagliatelle al ragu - selbstgemachte Nudeln mit Fleischsoße. Und ich bekomme Bier! Das heißt hier Apfelsaft, weil es eigentlich verboten ist. Alles bekommt mir bestens, ich glaube ich bin durch mit Magen-Darm. Leider Geli nicht. Es folgt für sie eine nicht so gute Nacht und auch der ganze nächste Tag ist dadurch für sie überschattet.
Es ist endlich sonniger heute und Feiertag im muslimischen Aceh, außerdem Meeres-Ruhetag, was wir richtig sinnvoll finden. Jedenfalls sind deswegen auch viele indonesische Touristen hier, aber es ist fast überall geschlossen und wir müssen ein Stück laufen, bis wir im Olala-Café essen können. Durch die Sonne wirkt nicht mehr alles so fad, wir bekommen einen positiveren Eindruck von Iboih. Im Café treffen wir alte Bekannte und neue Leute, wieder interessante Gespräche. Geli möchte gern liegen, sie braucht etwas Ruhe. Wir finden Liegen auf einer Terrasse am Meer, ab 14:00 ist die Ruhezeit vorbei und nach dem dadurch möglichen Tauchabenteuer (siehe nächsten Eintrag) und einem letzten Besuch im trendigen Café bleu werden wir von Lia pünktlich 18:00 abgeholt zu unserem Bungalow mit eigenem Bad und Frühstück in der Nähe der Inselhauptstadt Sabang.

Wir sind mit Ruhe (außer Motorradgeknatter) mal ganz für uns.

Sonntag, 19.08.2018

Gelis kleine GESCHICHTEN (wiederkehrende Rubrik)

Ein typischer Tagesbeginn bei uns sieht momentan so aus: Wir schlafen aus (herrlich!) und gehen dann irgenwann zum Frühstück. In Unterkünften mit "westlichen" Touristen gibt es z. B. folgendes Angebot: (Ulrike, kommt dir das bekannt vor aus der Zeit, als du hier warst?)

(20.000 indonesische Rupiah entsprechen ca.1, 20 €)

Ich esse mal "Toast Scrambled Eggs", mal "Porridge", mal "Pfannkuchen", letzteren auf Empfehlung von Peter. Der hat mittlerweile nach Übelkeit und einem Tag Gar-nichts-essen das Intervallfasten eingestellt und lässt sich neben Nudelsuppe mit Gemüse 2-3x am Tag "plain pancake" schmecken, also ohne alles, aber mit Benutzung des Zuckerstreuers. Bekommt ihm bestens.

Dazu bestellen wir uns immer einen oder auch zwei 1,5 Liter Töpfe heißes Wasser für unsere diversen Teebeutel. Gut, dass Peter gar keinen Kaffee trinkt und ich auch gut ohne auskommen kann, denn hier gibt es nur Indonesien-Kaffee (häufig mit gesüßter Kondensmilch), der nichts mit unserem Kaffee gemein hat. Indonesier essen übrigens in der Regel mehrmals täglich ausschließlich Reis: pur, mit Sauce, Ei und/oder Hühnchen. 

Nach dem Frühstück lesen wir, schreiben/telefonieren über WhatsApp (die Indonesier haben für ein gut funktionierendes digitales Netz gesorgt, z. T. besser als bei uns) oder schauen im Blog nach Kommentaren/formulieren etwas Neues. Oft treffen wir auch interessante Leute, mit denen wir uns über Reise- oder Lebenserfahrungen austauschen (Anm. d. Red.: Wie ihr euch sicherlich lebhaft vorstellen könnt, freut Geli sich sehr, "ausgiebig kommunizieren" zu können, gerade wenn die Gespräche auf Englisch stattfinden). Das kann dann auch schon mal bis 14:00 Uhr dauern😁. Leider bestehen die Sitzgelegenheiten hier häufig aus harten Holzstühlen oder -bänken, was das Vergnügen etwas schmälert. Bequeme Polster gibt's hier scheinbar nicht.

Typisch für Bukit Lawang ist ein gelegentlicher Stromausfall. Meistens betrifft das dann das gesamte Dorf. Daraufhin wird - zumindest für Thomas' Gäste - der Generator angeschmissen und knattert vor sich hin. Außerdem wird jeden Mittag für eine gewisse Zeit eine Pumpanlage mit Verbrennungsmotor für die Brauchwassertanks auf den Dächern angestellt, um die Versorgung von Waschbecken, Duschen und WCs zu gewährleisten. So umnebelten uns im Restaurantbereich gelegentlich Benzingerüche. Alltag, wenn die Zivilisation in's grüne Herz Sumatras eindringt!

Nach diesen 'anstrengenden" Erlebnissen ist es Zeit, dass wir uns ausruhen und duschen (die schwüle Luft wirkt sich mal mehr, mal weniger auf uns aus). Ich empfinde es hier zwar angenehmer als in Singapur, da es zumindest nachts ein wenig abkühlt, aber die Feuchtigkeit ist auch hier teilweise immens.Mosquitos gibt es erstaunlicherweise nicht so viele, was uns wundert.

Leider macht sich auch bei uns der bei Reisenden in tropischen Ländern praktisch immer auftretende Reisedurchfall, auch Bali Belly oder Montezuma's Rache genannt, inzwischen bemerkbar (bei Peter kurz und heftig, bei mir mal mehr, mal weniger, aber dauerhafter). Dieser bereitet vor allen dann Grund zur Sorge, wenn man eine mehrstündige Busfahrt vor sich hat oder wie es gestern der Fall war, wir irgendwo auf einem großen Markt sind und der Weg zur Unterkunft ca. 15 Minuten beträgt. Vorher haben wir in Banda Aceh, wo wir inzwischen angekommen sind, in einem sogenannten Warung, einer kleinen Garküche, gegessen. Da es keine Speisekarte in englischer Sprache gab, haben wir bei der Bestellung nur auf die abgebildeten Essensbildchen zeigen können. In Peters Nudelsuppe und in meinem Reisgericht waren mindestens 15 kleine grüne und rote Chilischoten. Diese extreme Schärfe zeigte schnell ihre Wirkung.

Ich bin gespannt, ob wir uns irgendwann besser an das Essen hier/die Keime gewöhnen bzw. lernen, was uns gut bekommt. Das ist etwas schwierig, weil wir ständig den Ort wechseln und das gleiche Gericht unterschiedlich zubereitet wird. Heute Mittag jedenfalls essen wir deshalb erstmal in einem Hotel, in dem es auch "westliche" Gerichte gibt und abends sind wir froh als wir eine Lokalität entdecken, die wir in Deutschland meiden: Pizza Hut! Es gibt Knoblauchbrot und - das erste Mal nach unserer Abreise in Deutschland - endlich mal wieder Salat sowie natürlich Pizza.

Was fällt uns bisher sonst noch auf in Indonesien?
Es ist z. B. nicht immer einfach sich als Fußgänger*in durch die Stadt zu bewegen. Meistens gibt es gar keine Bürgersteige und wenn, dann sind diese unterbrochen durch hochstehende Gullydeckel mit Eisenbügeln, so dass wir aufpassen müssen nicht darüber zu stolpern. Manchmal tauchen auch plötzlich unvermittelt große Löcher vor einem auf. Als Rollstuhlfahrer*in würde einem hier nur die Straße bleiben. Allerdings haben wir bisher noch keine gesehen, was uns angesichts des Lebensstandards hier aber auch nicht wirklich verwundert. Allerdings glaube ich  - Andreas, du wirst das sicherlich von deinen Asienreisen bestätigen  können - dass man als Rollifahrer trotz der haarstrstäubenden Verkehrsverhältnisse hier tatsächlich zurechtkommen würde. Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, dass es gefährlich ist oder keine Rücksicht genommen wird.

Zum Schluss noch ein Suchbild aus dem Dschungel. Wahrscheinlich ist es wieder, wie einer meiner Neffen sagte, viel zu simpel, weil "jeder Maulwurf erkennen könne, was darauf zu sehen sei", aber so seht Ihr, welchen Lebenwesen wir noch so begegnet sind. Antworten wieder gerne an mich!

 

 

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.