Übersichtskarte

Samstag, 05.01.2019

12 Tage Sydney

Vom 24.12. bis 05.01. also die große Stadt am Meer. Viel zu sehen, zu entdecken, zu erleben. Ausgiebige Stadtspaziergänge mit  Aussichtspunkten, Fährfahrten, Opernbesuch, Rolling Stones-Ausstellung (nur in wenigen Städten der Welt zu sehen, ausgerechnet in diesen Tagen in Sydney!), Rad-Stadtführung, Strand- und Küstenwanderung, öffentliche Verkehrsmittel bringen uns sehr gut überall hin. Und - wie gesagt - man/frau trifft sich in Sydney: Ronald und Ulrike aus Bundaberg sind in der Gegend (leider haben wir kein Foto von uns gemacht), Lucy und Emlyn aus England verbringen ebenfalls den Jahreswechsel hier und auch mit Claudia und Gerd aus Hannover sind wir verabredet. Wir unternehmen einiges zusammen, gehen Essen, bummeln, sitzen in Cafés, spazieren an den vielen Stränden entlang, klettern (geführt) auf die Harbour Bridge und schauen Silvester vom Boot aus das großartige Feuerwerk.

Weihnachtlicher wurde es nicht cool

Stadtgetümmel

 

Hydepark

Das ist sie: die Harbour Bridge! 

Und das 'Opera House'!

Folgend das Plakat zur und Fotos aus der Stones-Austellung (für Fans):

Erste gemeinsame Wohnung (eher Saustall) von drei der gerade gegründeten 'Rolling Stones' 1962 - da waren sie 19

  Welches Stück hier wohl entsteht ...

 

Am Hafen zwischen Circular Quai und Oper

 Manly und gleichnamiger Beach

Hier gibt es auch manchmal Haie und Quallen 

Shelly Beach 

Eines der fast täglich ankommenden Kreuzfahrtschiffe, qualmt leider so nah an der Innenstadt 

Alt und Neu

Fahrradtour durch Sydney, es geht auch auf die Harbour-Bridge

 

Auch mal in unserem Zimmer die Füße hochlegen

 

Silvester verbringen wir fast den ganzen Tag mit Claudia und Gerd, unseren Freunden aus Hannover. Zunächst Picknick im Hyde-Park:

Am Spätnachmittag versuchen wir zum Hafen zu gelangen, leider ist dort kein Durchkommen. Die vielen Menschen, die diesen besonderen Tag in Sydney verbringen wollen, drängen teilweise schon seit dem frühen Morgen zum Wasser. Es gilt sich Plätze zu sichern, um das nächtliche Feuerwerk über der Harbour Bridge gut sehen zu können. Das von uns für das Silvesteressen reservierte Restaurant befindet sich aber außerhalb dieses Bereichs.

Wir genießen dort Fisch und Steak und machen uns anschließend bei leichtem Regen frown auf zur etwas weiter entfernten Ablegestelle für unser 12-Personen-Wassertaxi. Wir haben eine dreistündige Fahrt gebucht, um das Mitternachtsfeuerwerk mit Blick auf Oper und Harbour-Bridge entspannt genießen zu können.

Zwei Tage später dann die nächste besondere Aktion mit Claudia und Gerd: AUF DIE HARBOUR-BRIDGE KLETTERN! 

Da geht's hoch! (seht ihr beim Vergrößern)

Bevor wir hinauf dürfen, gibt es aber noch eine umfangreiche und perfekt organisierte Einführung. Wir ziehen uns bis auf die Unterwäsche aus und bekommen einen besonderen Anzug (natürlich in Kabinen;), Kappen auf und Klettergurte an und üben anschließend das Leitern-Steigen. Dann geht's in einer Gruppe von 14 Leuten endlich los. Jede/r wird mit einem eigenen Halteseil in eine Führung eingefädelt, die uns über den gesamten Weg begleitet und aus der wir erst unten wieder herausgelöst werden. Es gibt Geländer und die Stufen sind überwiegend geschlossen, so dass wir nicht direkt in die Tiefe blicken. Unser Guide fordert uns an schwierigen Stellen auch wiederholt auf, zum Horizont zu schauen und nicht nach unten.

Wieder auf dem Boden - unser Guide Odrik aus Mexiko hat uns heil rauf und runter gebracht

Wanderung von der Rose Bay über die Watsons Bay zum Lady Bay Beach, häufig mit Blick auf Sydneys Wahrzeichen.

Gemütliche Küstenwanderung mit Lucy und Emlyn vom berühmten Bondi-Beach (siehe oberes und unteres Bild) zum Coogee-Beach 

Einkehr im italienischen Restaurant

Opera house von innen: Aufführung berühmter Opernarien. Wir sind ja beide keine Opernkenner, aber am besten hat uns "Au fond du temple Saint" aus Bizets 'Die Perlenfischer' gefallen

   

 Botanischer Garten

 

Fazit: Sydney ist eine wirklich besondere Stadt!

Montag, 24.12.2018

EIN SCHÖNES WEIHNACHTSFEST und einen GUTEN RUTSCH

Liebe Familie, Freunde, Kollegen und Nachbarn!

Wir wünschen euch ruhige und frohe Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins Jahr 2019!

Wir sind heute (Heiligabend) bei schönstem Sommerwetter in Sydney angekommen und haben nach 52 Tagen unseren Campervan abgegeben. Es war eine schöne Zeit mit ihm und so kommt denn auch etwas Wehmut auf ... .

Auf unserer bisherigen 5-monatigen Reise haben wir viele intensive Erlebnisse gehabt, wunderbare Natur und Landschaften gesehen und jede Menge nette Leute kennengelernt. Darüber in diesem Blog möglichst spannend zu berichten, war uns eine Zeit lang ein großes Vergnügen. Seit einer Weile fällt uns das in Anbetracht der Fülle und einer gewissen Gewöhnung schwerer. Wir ziehen an so Vielem vorbei. Wenn wir uns allerdings in's Bewusstsein rufen, was hier gerade passiert und das z. B. die erste Etappe "Australien" schon bald zuende ist, kehrt das Gefühl der Großartigkeit zurück. Dazu gehört auch, sich darüber zu freuen, dass wir beide eine solange Zeit mit täglich fast 24 Stunden engem Zusammensein so gut hinbekommen. Wir streiten zwar gelegentlich ganz schön miteinander, finden aber immer wieder zurück zu einem Miteinander. Manchmal in kleinen Gesten, manchmal in liebevoller Umarmung im Bewusstsein des doch großen Glücks, dass wir so etwas wie diese Reise zusammen erleben dürfen.

Trotzdem beschränken wir jetzt mal  ein wenig unsere Blogaktivitäten, auch weil Vorgänge sich mehr oder weniger ähneln - und stellen nurmehr Fotos mit Kurzkommentaren zu unseren letzten Reisestationen ein.

Vorher aber noch ein großes Dankeschön an euch: Wir freuen uns sehr darüber, dass Ihr uns so zahlreich (täglich 15-30 Leser*innen) auf unserer besonderen Reise begleitet! Vor Kurzem hat uns die Statistik Folgendes angezeigt: 

3000 Besucher!

Liebe Grüße an euch alle von
Peter und Geli

Friedlich auf einem Piergeländer sitzender Pelikan in Hervey Bay

"Grey nomads", das sind australische Pensionäre, die ihr Land im Campervan oder Wohnwagen  bereisen, hier am Dünenstrand der Sunshine-Coast nördlich von Brisbane (so, so, wie kommen die bloß auf so etwas ...)

Aber Vorsicht: Es gibt auch Schlangen in den Dünen (und nicht nur hier)!

 

An der Gold-Coast südlich von Brisbane fühlen wir uns kurzfristig an Touristenhochburgen Mallorcas erinnert.

In dem kleinen Ort Byron Bay gefällt es uns sehr gut, besonders die Gegend um den Leuchtturm herum:

Hier sind wir in Byron Bay am östlichsten Punkt Australiens, wo uns der Sturm fast wegbläst

Vom dortigen Leuchtturm aus fotografiert

Hier machen wir einen Fahrradausflug zu einem Biobauernhof, wo ich diese Farmer's Boots anprobiere!

Ein paar Tage später fahren wir in das Hippiedorf Nimbin. Für Peter leben die 60er Jahre noch mal auf ...

 

Selbst die Wohnwagen auf unserem Campingplatz sind  im Hippie-Look!

Weiter geht es zu einem zauberhaften kleinen Strand (Little Bay bei South East Rocks), wo wir gerne noch ein bisschen länger geblieben wären.

Auch deshalb, weil wir hier zum ersten Mal viele frei lebende Kängurus gesehen haben:

In Port Macquarie, unserem nächsten Ziel, entdecken wir bei einem Abendspaziergang in den örtlichen Grünanlagen  plötzlich Hunderte von Flughunden, die sich teilweise ziemlich lautstark um die wenigen Plätze auf den Bäumen streiten:

Wie immer, wenn wir irgendwo Tiere treffen - und wer Peter gut kennt, wird das wissen - nimmt Peter Kontakt mit ihnen auf (das Pfeiffen im Hintergrund)

Von diesem Ort aus machen wir auch einen traumhaften "coastal walk', also einen Küstenspaziergang, zunächst vorbei an bemalten Steinen. Auf einem findet Peter sogar seinen Nachnamen: 

Anschließend besuchen wir das örtliche Koala-Hospital. Hier werden kranke oder verletzte Koalas behandelt und viele von ihnen auch anschließend wieder ausgewildert. Wir sind begeistert von einem dort ehrenamtlich arbeitenden Mitarbeiter, der uns engagiert vieles über die Tiere erzählt.

Nun geht es  weiter Richtung Sydney. Wir fahren in die touristisch sehr gut erschlossenen "Blue Mountains". Als wir dort ankommen, ist es extrem  trübe, von Bergen ist nichts zu sehen. In der Nacht sind es weniger als 10 Grad!!! Am nächsten Tag ist es zunächst auch nicht viel besser, es klart aber zunehmend auf: 

Immerhin stört diese zahmen weißen Gelbhauben-Kakadus das trübe Wetter in keinster Weise (Campingplatz-Küche)

 

 

Trotz des Touristenandrangs können auch wir uns dem Zauber dieser Gegend nicht entziehen. 

Peter im Zwiegespräch mit einer hier häufig vorkommenden Elsterart.

Samstag, 08.12.2018

(M)eine Trauminsel: Fraser Island

Und tatsächlich haben wir Pech mit dem Wetter. Fairerweise sei allerdings gesagt, dass dies erst zum zweiten Mal (!) auf unserer Reise passiert. Da ich (Geli) mich aber schon seit langer Zeit sehr auf die Fahrt nach Fraser Island gefreut hatte, bin ich schon enttäuscht darüber, denn diese Insel, die größte Sandinsel der Welt, ist wirklich etwas Besonderes. Fortbewegung ist nur mit Fahrzeugen mit Allradantrieb möglich. Und es geht auch sofort rasant los.


Der Fahrer, gleichzeitig auch unser Reiseleiter für die nächsten beiden Tage, brettert mit dem Bus, dessen Motor - wie er uns anerkennend erzählt - aus Deutschland stammt, über die einspurige Sandstraße. Ähnlich temporeich ist auch sein Erzählstil, so dass über die Hälfte der Reisenden, also alle, die keine Englisch-Muttersprachler sind, praktisch nichts verstehen. Gut, dass wir eine ehemalige Lehrerin aus Adelaide (Südaustralien) dabei haben, sie kann gut nachvollziehen, wie wir uns fühlen und übersetzt uns vieles in ihrem sehr gut verständliches Englisch. Bei unserem ersten Stopp, dem Lake McKenzie, ein See wie im Märchen und eigentlich perfekt für einen ersten Badestopp, fängt es - gerade in dem Moment, wo wir aus dem Bus aussteigen - an zu regnen. Es ist trotzdem schön hier, wie hoffentlich diese Fotos zeigen.

Immerhin hört es beim Spaziergang am See für ein paar Minuten auf mit dem Regen!

Ein paar Unerschrockene trauen sich sogar ins Wasser, dazu ist uns aber gar nicht zumute.
So geht es denn fast den gesamten Tag weiter, wir rasen den Strand entlang,

an einem 1935 gestrandeten Schiffswrack wird es kurzzeitig etwas heller,

bei den Champagner-Pools, natürliche Schwimmbecken am Meer, weht ein eiskalter Wind


und am unglaublichen Aussichtspunkt Indian Heads, von dem wir einen grandiosen Blick über die Insel haben, ziehen auch immer wieder dunkle Wolken auf.

Als besonders paradisisch erleben wir den Eli Creek, wie schön muss es hier sein, wenn die Sonne scheint!

Am Abendessenstisch sind sich alle einig, dass das Wetter am nächsten Tag nur besser werden kann. Leider werden wir eines Besseren belehrt. Zwar regnet es nicht, aber die Sonne lässt sich gar nicht blicken. Wir machen das Beste draus und erfreuen uns an der sagenhaften Natur der Insel auf zwei etwas längeren Wanderungen Nicht so toll sind die Blutegel, die sich plötzlich bei mehreren Mitreisenden an den Füßen befinden.


Am Lake Wabby sehen wir mehrere Sandsurfer, deren Fahrten nicht immer so gut verlaufen wie diese hier.

Der Weg dorthin führt durch eine traumhafte Dünenlandschaft,

wie gerne würden wir die Insel noch länger auf Schusters Rappen erkunden, so wie 2 Franzosen, die wir hier mit Wanderrucksäcken treffen. Worauf wir jedoch aufpassen müssten, wären die herumlaufenden Dingos (wilde Hunde), die es hier überall in relatiiv großer Anzahl gibt. Wir haben auch ein paar am Strand gesehen.

Deswegen gibt es auch überall Hinweisschilder:

Kurz vor Ende unseres Kurztrips macht unser Bus - mit dem zuverlässigrn deutschen Motor - dann doch noch schlapp. Als wir nach unserer letzten Wanderung einsteigen wollen, ertönt plötzlich ein lautes Knallen. Der Busfahrer ist beunruhigt, wir fahren ein paar hundert Meter, aber irgendetwas stimmt nicht! Kurzerhand werden 2 andere Busse, die den Strand entlangdüsen, angehalten und einer von ihnen hat tatsächlich noch gerade genügend Plätze frei um uns zum Hafen zu bringen. Dass auch bei diesem Bus nicht alles in Ordnung ist - Peter meint, es sei die Radaufhängung-  sei nur am Rande erwähnt. 

Fazit: Fraser Island ist ein Traum, den ich immer noch nicht zu Ende gelebt habe. War ich bei meinem letzten Besuch im Jahre 1996 nur einen Tag hier und nun zwei, habe ich nun den Wunsch noch mal für mehrere Tage zurückzukommen. Dieses Bedürfnis habe ich bei keinem anderen Ort, den ich bisher besucht habe! 

Mittwoch, 05.12.2018

Bundaberg: Besuch bei lieben Leuten und Schildkröten

Wir steigen in Airlie Beach in unseren Camper und beschließen, einfach jetzt am Spätnachmittag noch ein Stück in Richtung unseres nächsten, ziemlich weit entfernten Ziels zu fahren, damit die Strecke morgen nicht so lang wird. Dort in Bundaberg möchte Geli nämlich gern die Schwester von Christel, einer langjährigen Freundin, und deren Mann besuchen. Sie hat über Christel schon soviel von ihnen gehört, dass es ihr vorkommt, als würde sie die beiden gut kennen, obwohl sie sie noch nie gesehen hat. Als wir in Bundaberg ankommen, laden uns Ulrike und Ronald sehr gastfreundlich ein, ein paar Tage bei ihnen zu bleiben. Wir schlafen in unserem Camper am hinteren, schattigen Ende des großen Grundstücks

und können Bad, Küche, Essbereich, gemütliche Couch in deren altem, charaktervollen Queensländer Haus nutzen.

Wir sprechen, diskutieren viel miteinander,

essen ab und zu gemeinsam und fahren zu einer Jahresabschlussveranstaltung von Ulrikes Grundschule - hier arbeitet sie als Sonderpädagogin mit. Ich harke im Garten einiges an Laub zusammen,

hole mit Ronald per Anhänger Rindenmulch, den wir anschließend auf Beeten verteilen.

In der Nähe besuchen Geli und ich spätabends eine Schildkröten-Beobachtungsstation.

Da mich der Besuch hier ziemlich begeistert hat, schreibe ich (Geli) jetzt mal ein paar Abschnitte. Die Schildkrötenweibchen legen ihre Eier  von November bis Januar am Strand ab (der auch  ihr Geburtsstrand ist),  aus denen dann in den Monaten danach Tausende von Schildkrötenbabies schlüpfen. Es ist nicht bekannt, welche Einflüsse sie nach riesigen Entfernungen in den Weltmeeren an ihren Geburtsstrand zurückbringen.

Wir hoffen, dass heute auch Tiere zum Eierlegen kommen, dies ist nämlich nicht garantiert. Neben uns sind sehr viele andere Besucher da, aber in der Station ist alles sehr gut geregelt, so dass wir zwar längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, aber in kleinen Gruppen geordnet und leise zum Strand heruntergeführt werden. Wir haben Glück, die Freiwilligen, die am Strand patrouillieren, haben bereits 2 Schildkröten erspäht. Wir gehen langsam vom Meer aus zu einer Schildkröte. Die Mitarbeiter haben eine Taschenlampe in den Sand gelegt, so dass wir ganz gut erkennen können, wie sie zunächst ein Loch ausgräbt.

Der Besuch ist ein sehr besonderes, fast schon intimes Erlebnis, denn wir dürfen genau in dem Moment dabei sein, als diese Schildkröte 96 (!) Eier legt!

Fotos dürfen wir nur für einen kurzen Moment nach dem Eierlegen machen, um das Tier nicht zu stören. Danach wird sie vermessen, untersucht und von Seepocken befreit. Da die Schildkröte bereits einen "tag" (Identifizierungszeichen) hat, erfahren wir noch vor Ort, dass sie das letze Mal im Jahr 2005 an diesem Strand Eier gelegt hat und davor im Jahr 1998 (das ist übrigens sehr ungewöhnlich, normalerweise kehren sie regelmäßig alle 3-4 Jahre zurück)! Das heißt, dass diese kleine Schildkrötendame hier schon ziemlich alt ist, denn fortpflanzungsfähig sind sie erst im Alter von ca. 30 Jahren.

Wir begleiten "unsere" Schildkröte noch bis sie wieder im Meer verschwindet. Sie kann dabei immer nur ein kurzes Stückchen gehen und muss dann Pause machen, so erschöpft ist sie von dem gesamten Vorgang. 

Anschließend werden alle 96 Eier zunächst durch die Rangerin ausgegraben

und dann etwas höher in den Dünen wieder vergraben, da sonst die Gefahr besteht. dass sie von herumstreunenden Füchsen oder anderen Tieren gefressen werden. Hier helfe auch ich mit!

Erstaunt hat uns, dass nur 1 von 1000 Schildkröten das Erwachsenenalter erreicht und das ganz natürlicherweise, denn der Rest dient als  Nahrung für andere Meerestiere.

Auch Bundaberg lernen wir in diesen Tagen kennen. Wir gehen das erste Mal seit unserer Abreise zu Aldi (vorher gab es keinen),

besuchen den botanischen Garten

und sehen dort sehr viele Ibisse und Wasseragamen

baden am Strand und sehen zum ersten Mal Kängurus (vorher waren es immer nur Wallabies), die aber blitzschnell wieder weghüpfen.

Mit Fahrrädern, die uns Ulrike und Ronald  leihen, machen wir eine Tour an der (Strand-)Esplanade entlang.



Weihnachtsdeko am Strand (Andreas!)

Nach 6 Tagen wieder Abschied.

Es hat mir (Peter) so gut gefallen, dass ich gut noch 3 Wochen hier bleiben könnte. Nicht im Haus der beiden, aber auf einem schönen Campingplatz am Meer, den wir dort entdeckt haben. Sie haben uns soviele Tipps für die Region gegeben, die ich erkunden möchte. Und ich würde auch gern noch ein bisschen mitarbeiten im Haus und Garten, nicht nur bei diesen netten Gastgebern, sondern vielleicht auch in deren Bekanntenkreis. Wäre für mich eine Gelegenheit, australische Menschen und deren Alltag intensiver kennenzulernen. Etwas, was ich mir von dieser Reise - nicht nur in Australien - erhofft hatte.
Aber gebucht ist gebucht, nun weiter nach Hervey Bay, von hier mit der Fähre nach Fraser Island. Seit einiger Zeit zeichnet sich ab, dass das Wetter schlechter wird. Für den 06. und 07.12. ist hier starke Bewölkung und Regen angesagt, genau die Tage, die wir auf Fraser Island verbringen wollen.

Mittwoch, 28.11.2018

Townsville, Magnetic Island, Airlie Beach, Whitsundays

Der Campingplatz in Townsville, den wir gegen Abend erreichen, ist erstmal nicht so doll, wir stehen mit vielen anderen auf einem großen, freien Platz ohne Schatten. In der Nachbarschaft lassen zwei junge Frauen über Stunden ununterbrochen den Motor ihres Campers laufen, wohl wegen der Klimaanlage, denn es ist sehr warm. Es stinkt schon unerträglich. Wer uns kennt, weiß, dass wir das schwer oder eher gar nicht ertragen können. So sprechen wir die beiden an, die sich aber keine Vorschriften machen lassen wollen. Eine von den beiden ist besonders pampig. Der Streit eskaliert etwas und nach einer Weile erst wird der Motor abgestellt. Am nächsten Tag ziehen wir um, jetzt ist es schattig und ruhig und es gibt Stromanschluss. Wir treffen übrigens immer wieder auf Leute, die aus Klimaanlage-Gründen lange den Motor laufen lassen, die beiden waren also gar nicht so besonders dreist.

Wir erkunden die Stadt, besuchen das große Aquarium mit vielen Informationen zum Great Barrier Reef und einem Schildkröten-Hospital.

Anm. Geli: Manche Schildkröten haben sogenannte Seepocken auf ihrem Panzer (siehe🐢 unten), das sind kleine Krebstiere, die zwar nicht in jedem Fall gefährlich sind, aber sicherheitshalber z.B. mit einem Schraubenzieher abgekratzt werden (zu viele davon machen die 🐢 unbeweglich).

 

Andere leiden an dem häufig anzutreffenden "floating syndrome" (siehe 🐢 unten). Das bedeutet, dass sie nicht mehr in der Lage sind, unter Wasser zu tauchen und nach Nahrung zu suchen, weil sie irgendetwas im Bauch haben, was ihnen (durch Enwicklung von Darmgasen) Auftrieb gibt. Dies ist häufig Meeresmüll wie Angelschnüre oder Plastik, welche/s sie fressen, weil sie dies mit Quallen verwechseln. Mittels Röntgenuntersuchungen ist eine Diagnosestellung/Ursachenerkennungin der Regel sehr gut möglich, die Schildkröte hier ist aber so groß, dass sie unter kein Röntgengerät passt! 

Im Aquarium wird auch nochmal erläutert, wie gefährlich Quallen im Meer sein können, eine Quallenart wird gar als die giftigste Kreatur auf der Erde beschrieben. Spruch dazu: "Bevor du um Hilfe rufen kannst, bist du schon tot."

Berichte über ausgebuchte Touren zu den Whitsunday Islands und nach Fraser Island, zwei "Traumziele", die wir unbedingt besuchen wollen, bringen uns dazu, in der örtlichen Touristeninformation beides jeweils als Zweitagestour zu buchen, 1.700,- Dollar (ca. 1100,- Euro) gehen über den Tisch. Außerdem entschließen wir uns, von hier doch noch zu der vorgelagerten Insel 'Magnetic Island' überzusetzen und einen Tag dort zu verbringen. Widersprüchliche Infos über das, was uns dort erwarten würde, hatten uns zögern lassen. Letztendlich gibt den Ausschlag für mich die Aussicht auf Flachtauchen dort ohne Quallen-Schutzanzug. Leute von unterwegs hatten von dieser Möglichkeit in einer bestimmten, geschützten Bucht berichtet. Ich finde es nämlich nervig, im bisherigen Australien an den schönsten Stränden nicht einfach so im wunderbar blauen oder türkisfarbenen Meer schwimmen zu können.

Bevor es zurück zum Campingplatz geht, schauen wir uns noch ein bisschen Street-Art in Townsville an:

Früh geht's am nächsten Morgen los mit dem Bus zum Hafen. Die Fährfahrt nach Magnetic Island macht Spaß, blaues Meer, grüne, bergige Küstenlandschaft und Insel. Wir treffen einen Segler an Bord, der von einem bevorstehenden Törn mit Freunden von hier nach Tasmanien in den nächsten 3 Wochen berichtet. Nach der Ankunft zeigt er uns von Weitem kurz das tolle Segelschiff. Das wär mal was!!
Wir fahren Bus, laufen in großer Hitze einen Trail zu einem ehemaligen Fort aus dem 2. Weltkrieg, der durch Koalagebiet führt. Und tatsächlich, auf einem Baum sitzt einer.

Danach geht es weiter zur Florence Bay, trotz des Spruches aus dem Aquarium dann Abkühlung im Meer ohne Schutzanzug, andere hier machen das auch so.

Kein Problem mit Quallen (Anm. Geli: Trotzdem leichtsinnig von uns!). Wir laufen weiter bis an's andere Ende der Insel. Schöne Landschaft, große Hitze.

(Anm. Geli: Für mich ist das heute die extremste Hitze, die wir bisher auf unserer Reise hatten, Peter erträgt diese jedoch - wie immer - erstaunlich gelassen!). Zum Glück gibt's Strandduschen am Ziel. Mit dem Bus zurück, warten auf die Fähre. Uns wird klar, nach der Ankunft auf dem Festland wird kein Bus mehr zum Campingplatz fahren, also müssen wir wohl ein Taxi nehmen. Auf der Fähre treffen wir ein nettes, älteres Paar wieder, mit denen wir am Tag schon ein paar Worte gewechselt hatten. Wir kommen in's Gespräch, die zwei wohnen in Townsville und sind richtig gut drauf. Als sie von unserem Busproblem hören, bieten sie sofort an, uns mit ihrem Auto zum Campingplatz zu bringen, was wir dankbar annehmen. Mit den beiden würden wir gern den Kontakt vertiefen, so stellen wir uns 'Ankommen-in-Australien' vor. Die Weiterfahrt morgen verhindert das, für so etwas sind wir leider nicht flexibel genug, schade ...

Schöne Abendstimmung auf der Fähre

Nach dem Besuch des 'Museum of Tropical Queensland' am nächsten Tag fahren wir nach Airlie-Beach, unserer nächsten Station. Hier ist der Ausgangsort für Schiffsreisen um die Whitsunday Islands, einer traumhaften Inselgruppe mit viel Grün, Stränden, Schnorchelspots, Schildkröten, Haien usw.

Auf Fotos zu diesen Touren findet sich immer ein herausragender Strand (Whitehaven Beach), der eher einer Fantasie entsprungen zu sein scheint, als wirklich zu sein. Ob dieser bei unserem Besuch auch so aussehen wird? Darauf sind wir gespannt.

Anm. Geli: Am Tag vor der Segeltour ruhen wir uns am Pool des Campingplatzes aus und beobachten am Nachmittag, wie einer der Mitarbeiter die vielen dort lebenden bunten Papageien (Loris) füttert. Wir lassen uns auch ein bisschen Futter auf die Hand geben und -  schwupps - haben wir mehrere Vogel auf dem Arm und auf dem Kopf. Peter  ist eigentlich nur zum Zugucken mitgekommen, er will nicht als Baumersatz dienen. Ich hingegen finde es lustig, obwohl ich hinterher einige Kratzer entdecke.

 

Am nächsten Morgen gehen wir dann an Bord eines "richtigen" alten Segelschiffes mit Charakter.

Wie immer sind nette Leute dabei, fünfzehn plus 4 Crewmitglieder. Wir werden gut verpflegt, zu schönen Stellen gebracht,

humorvoll in das Leben an Bord, das Verhalten bei Unternehmungen und auf Wunsch in das Hissen der Segel eingeführt.

Am nächtlichen Ankerplatz sehen wir viele durch eine starke Lampe sichtbar gemachte Haie um unser Schiff (Anm. Geli: Kaum zu glauben, dass wir heute morgen im gleichen Gewässer geschnorchelt haben!)

und einen wundervollen Sternenhimmel. Ein Mitreisender, Cameron aus Sydney, hat auf seinem Handy eine App, mit der man alle Sterne identifizieren oder andersherum einen bestimmten Stern suchen kann. Wir wollen den Mars, den wir als ziemlich helles Objekt fast direkt über uns entdecken. Als wir so sinnieren über mögliches Leben dort, fällt mir ein Song von David Bowie ein "Life on Mars?", den kurzerhand ein anderer Kollege aus dem Internet lädt (funktioniert selbst hier). So genießen wir auf dem sanft schaukelnden Schiff den fantastischen Blick zum Himmel und summen glückselig ein wenig das Lied mit - ein toller Moment.

Anm. Geli: Die Nacht verläuft für die meisten Reiseteilnehmer/Innen zunächst nicht so gut, denn kaum liegen wir in unserer Koje, wird der Generator und damit die Klimaanlage ausgeschaltet. Innerhalb kürzester Zeit wird es stickig und heiß. Während Peter - zwar auch schwitzend, aber dennoch einigermaßen in unserer winzigen Kabine schläft, schleichen sich nach und nach die Mehrzahl der Reisenden an Deck (teilweise mit Matratzen), um wenigstens ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Auch ich halte es nicht aus und ergattere auch noch einen Platz an Deck. Gut, dass es nicht stürmt oder gar regnet. Dies passiert durchaus häufig, erfahren wir von der Crew.

Am nächsten Tag geht es dann zum Whitehaven Beach. Als wir dort mit einem kleinen Motorboot gegen 8.30 Uhr ankommen, können wir es kaum fassen, so unglaublich schön ist es hier!

Wir haben aber auch Glück, es ist nur noch eine andere Gruppe an dem riesigen Strand. In ein paar Stunden, so unserer Käpt'n, sähe das ganz anders aus! 

Wir ziehen unsere Stinger-Suits an und gehen in das kristallklare Wasser. Plötzlich sehen wir dort dunkle Schatten ... 

 

 

Es handelt sich um sogenannte sting-rays (Stachelrochen). Sie schwimmen in dem flachen Wasser und es ist ein tolles Erlebnis, so nah bei ihnen zu sein.

Anm. Geli: Gut, dass Peter darauf bestanden hat, die Taucherbrille vom Schiff mitzunehmen, so können wir die Rochen ganz deutlich zusammen mit ihren Putzerfischen im Meer beobachten.

Auf der Rückfahrt werden noch mal die Segel gehisst und Peter übernimmt für eine Weile das Steuer. Ich habe ihn dabei fotografiert, hier eine Animation dazu:

 

Nach der Rückkehr zum Teil herzliche Verabschiedung von den Mitseglern, die nun in alle Welt weiterziehen, so wie wir auch.

Wieder mal Durchgangskontakte, die sich während der gemeinsamen Zeit und eine Weile danach gar nicht so anfühlen.

Dienstag, 27.11.2018

Nur für Camperfans und Linksverkehr(te)

Mit dem Campervan durch Australien

Er tankt unverbleibtes Normalbenzin, angeblich 70 Liter, hat einen 2,7 l Motor mit 159 PS. Der zieht ordentlich durch, mühelos wird der große Kasten Steigungen hochgetrieben und auch leicht jenseits der 100 km/h bewegt. Ich gehe aber vorsichtig mit dem Gaspedal um, schließlich will ich den Verbrauch nicht weit über 12l/100 km treiben. Nach einigen 100 km liegt der Durchschnitt bei 11,5 l zu Preisen von umgerechnet -,80 bis 1,- € pro Liter, geht ja noch, ist ja auch 'ne große Kiste, die wir durch den Wind schieben. Innen ist ein nicht so ganz kleiner Kühlschrank eingebaut, der funktioniert 24 Std ohne externen Strom über eine 2. Batterie, genauso wie Lampen und Wasserhahn. 2-Flammen-Herd und Gas, Spüle und Frischwassertank mit Nachfüllschlauch sind drin. Für die Mikrowelle, 230 V Steckdose, Toaster, Wasserkocher brauchen wir Strom vom Stellplatz, entsprechendes Anschlusskabel ist dabei. 2 Stühle und Tisch für draußen. Klammern, Wäscheleine, Eimer, Töpfe, Pfanne, Besteck, Teller, Tassen, Gläser. Der Wagen ist gut ausgestattet und wir können prima drin stehen, das Hochdach ermöglicht's. Die Rucksäcke liegen unterm Bett, es gibt Ablagen über der Fahrerkabine und einige Schränke, jede Ecke ist genutzt. So können wir genügend Vorräte unterbringen, manchmal sind einige Verrenkungen nötig, um überall hinzukommen.

Das Fahren im Linksverkehr ist sehr ungewohnt, ich sitze auf der falschen Seite und schalte mit links, blinke mit rechts. Zum Glück bin ich ja ein paar Mal Motorroller im Linksverkehr in Indonesien gefahren und wir sind ebenso mit Fahrrädern auf der "falschen" Seite unterwegs gewesen. Das hilft jetzt ein bisschen. An Kreuzungen, beim Abbiegen und im Kreisverkehr bin ich dennoch immer wieder unsicher und erschrecke mich vor Autos, die irgendwo auftauchen, wo sie gewohntermaßen nicht hingehören. Wenn wir auf einer wenig befahrenen Straße so dahin gleiten und mir plötzlich ein Auto auf der "falschen" Seite entgegen kommt, klingeln Alarmglocken. ICH BIN EIN RECHTSFAHRER und zwar ein guter, weil mir das in Fleisch und Blut übergegangen ist! Hier fahre ich zwar immer besser, es bleibt aber etwas gegen meine "Natur".

Mittlerweile, nach ca. 2000 km, habe ich mich tatsächlich umgewöhnt, hätte ich am Anfang nicht gedacht. So unüberwindbar ist die bald lebenslange Konditionierung also wohl doch nicht. Allerdings fahre ich manchmal immer noch auf die falsche Fahrbahnseite, wenn ich in einer einsamen Gegend und mit den Gedanken woanders aus einer Einfahrt auf eine schmale Straße ohne Mittellinie biege.

Donnerstag, 22.11.2018

Mission (deutsch) Mission (englisch) Beach

Aus den Tablelands fahren wir nach Mission Beach. Wir ruhen wir uns einen Tag auf einem  richtig schönen Campingplatz direkt am Meer aus: kein Strand, keine Radtour, keine Wanderung. Baden geht hier ja sowieso nur mit Stinger-suits und die haben - und wollen  - wir auch nicht.

Aber Woolworth um die Ecke, hier eine große Lebensmittel-Supermarktkette, wir decken uns ein.

Dann geht's wieder los: Ausgiebige Radtour am Meer, direkt am Strand entlang - herrlich.

Zwischendurch eine  kleine Wanderung, wo's mit'm Rad nicht weitergeht. 

 

Auf der Wanderung sehen  wir ca. 1 m lange Tiere, die sich schnell auf einen Baum verkriechen, als wir uns ihnen nähern. Erkennt Ihr, was dort erst mit dem Kopf nach unten und dann andersherum sitzt?

                

Der zweite Teil unserer Radtour führt uns durch dichten Regenwald tief in die Wildnis, kein Mensch ist zu sehen.

Dafür hören wir verschiedene Tierstimmen, manche erinnern an Affen, die es aber doch gar nicht gibt, in Australien. 

Leider begegnet uns wieder kein Cassuary, obwohl überall Schilder auf diese Tiere hinweisen. Wir treffen viele Leute, denen es dagegen gelungen ist. Schade für uns!

Wir entschließen uns, tagsdrauf gleich noch eine (besondere) Aktivität zu machen, etwas was wir schon seit einigen Jahren immer mal wieder vorhatten und nie in die Realität umgesetzt haben: eine RAFTING TOUR! Der Fluss, Tully heißt er, ist in Australien sehr bekannt. Hier werden im kommenden Jahr sogar die "World Rafting Championships" stattfinden.

Wir sind vielleicht aktiv! ... manchmal ...

UND WAS IST DAS FÜR EINE GAUDI!!! SEHT SELBST ... (die Fotos sind unterwegs mit professionellen Kameras der Firma geschossen worden)

Nach einer kurzen, zackigen Einführung durch Dave, unserem Käpt'n, geht es los. Schwimmwesten an, Helme auf. Für den Fall, dass einer/eine aus dem Boot fällt ("das kann schon mal vorkommen"), erhalten wir präzise Anweisungen. Wir sind in einer Gruppe mit einer chinesischen Familie, bestehend aus der 23-jährigen Tochter und deren Eltern. Letztere sprechen gar kein Englisch, die Mutter kann nicht schwimmen. Peter und ich werden kurzerhand nach vorne verfrachtet, wir sollen gemeinsam den Takt angeben. Dies gestaltet sich als nicht so einfach, denn es geht recht turbulent zu. Der chinesische Mann - nicht so der Sportlichste - hält sich nicht richtig fest und fällt ein paar Mal auf mich drauf.  Außerdem entgehen mir vor  Begeisterung und lautem Mitzählen manche von Daves fix aufeinenanderfolgenden Befehlen. Peter, der geübte Faltbootfahrer, paddelt so stark, dass auf seiner Seite bald nur noch die schmächtige chinesische Frau sitzen darf!

Trotzdem ist es ein Riesenspaß! Zwischendurch eine kleine Dusche unterm Wasserfall und dann geht's auch schon wieder rasant weiter. Irgendwann passiert es dann doch: die junge chnesische Frau fällt aus unserem Boot. Ein kurzer Moment der Anspannung - sie gerät an einem Felsen unter Wasser, kommt aber relativ schnell wieder hoch. Etwas später wird sie dann mithilfe eines Seiles von dem Kapitän eines anderen Bootes gerettet. Ihr Paddel, welches sie richtigerweise losgelassen hatte, fangen wir kurze Zeit später wieder ein. 

Unterbrochen wird  die Ganztagesttour durch ein Mittagessen (riesige australische Burger - wie ich die in meinen Mund bekommen soll, ist mir ein Rätsel - und lecker Salat). Insgesamt sind wir viele Stunden auf dem Wasser. Besonders schön sind  auch die Stellen im Fluss, an denen wir das  Boot verlassen und uns einfach so den Fluss heruntertreiben lassen dürfen. Für mich war diese Tour  ein absolutes Highlight unserer bisherigen Reise, ich hätte es gerne sogar noch etwas "wilder" gehabt.

Nach einem erneuten Ruhetag geht's weiter nach Townsville, einer etwas größeren Stadt.

Sonntag, 18.11.2018

Bäume, Seen und Wasserfälle

Wir kommen am frühen Abend am Lake Tinaroo in den ca. 700 Meter hoch gelegenen, hügeligen Atherton Tablelands an. Am Campingplatz werden wir von besonderen Vögeln begrüßt.

Wie ich am nächsten Tag erfahre, heißt dieser in Australien häufig vorkommende, bodenbewohnende Vogel (Bush-stone) Curlew und und sieht so aus:

Curlews treten hier immer in Gruppen auf, sie sind in den nächsten Tagen/Wochen unsere ständigen Begleiter. Ihr Ruf ähnelt einem Wehklagen und manchmal hören wir sie auch zischen.
Durch ihre manchmal unbewegliche Körperhaltung und ihren wachen Blick erinnern sie mich ein bisschen an Erdmännchen.

Der Campingplatz selber ist mal wieder schön leer. Wir stellen uns neben ein älteres australisches Paar mit Wohnwagen, Ford und Fahrrädern (so wie wir, wenn wir zu Hause unterwegs sind). Leider wechseln wir nicht ein Wort mit ihnen, weil sie offensichtlich lieber unter sich bleiben wollen. 

Am nächsten Tag ruhen wir uns aus, waschen unsere Wäsche und das Auto (alles ist sehr staubig vom "Outback"), lesen ein wenig und kümmern uns um unser Abendessen. Seitdem wir mit dem Camper unterwegs sind, haben wir irgendwie mehr zu tun, eigentlich kaum zu glauben, aber die tägliche Essenszubereitung und alles was damit zusammenhängt lässt uns tatsächlich weniger Zeit für das Schreiben unseres Blogs. Manches Mal sind wir nach dem Abendessen auch einfach zu müde. In Indonesien haben wir oft die Fahrten in Bus, Bahn und Flugzeug genutzt um Text zu produzieren. Im wackeligen, holpernden Auto dagegen ist es äußerst schwierig zu schreiben.

Nach einer wunderbar kühlen Nacht - wir mussten sogar die dicke Bettdecke rausholen - wollen wir am nächsten Tag auf dem großen See paddeln. Es ist aber sehr bewölkt und sieht nicht so einladend aus. Wir entschließen uns deshalb, mal wieder eine Radtour zu machen. Laut der Homepage des Campingplatzes können wir hier Räder ausleihen. Leider Fehlanzeige!!! In einem nahegelegenen Resort gibt es welche, jedoch sind diese in einem schlechten Zustand. Ich bekomme das Fahrrad des jugendlichen Sohnes des Chefs, nach ein paar Kilometern kann ich nicht mehr auf das kleinste Ritzel schalten. Peter hat ebenfalls Probleme mit der Schaltung. Um den ganzen See (ca. 80 Kilometer) werden wir es mit diesen Rädern unmöglich schaffen. Na ja, schauen wir mal, wie weit wir kommen.

Der See ist übrigens nur zu 23% gefüllt, auch hier hat es weniger als sonst geregnet im letzten Jahr.

Zunächst ist die Straße noch befestigt, nach einer Weile ändert sich dies. Wir kommen aber aufgrund des dickeren Reifenprofils der Räder damit zurecht. Es geht jedoch praktisch den gesamten Weg ständig bergauf und bergab und anders als uns die Frau vom Campingplatz weismachen wollte, gibt es auch keine Downhillstrecke nach der Hälfte des Weges! Peter bezeichnet unseren Ausflug als kombinierte Rad-/Wandertour, denn wir müssen - recht ungewohnt für uns - öfter mal schieben. Trotz der Höhe der Atherton Tablelands ist es immer noch sehr tropisch hier. Wir haben einige atemberaubende Ausblicke auf die Natur.

Und dann kommt etwas, was insbesondere Peter emotional sehr bewegt. Wir haben ja schon öfter besondere "strangler fig trees", so genannte Würgefeigen, gesehen, aber die, die wir hier sehen, verschlägt uns wirklich fast den Atem! Ihr Name ist "cathedral fig" und wir finden, dass dies ein absolut treffender Begriff ist!

Wo ist Geli?

Am nächsten Tag werden wir uns noch einen nicht minder imposanten Baum angucken, den "curtain fig tree" (siehe oben). Die Fotos können vermutlich nicht annähernd zeigen, wie gigantisch diese 500 Jahre alten Bäume sind.
Die Samen dieser Würgefeigenart keimen, von Vögeln oder anderen Tieren transportiert, oben auf einem anderen Baum, die ausgebildeten Wurzeln wachsen dann durch die Luft nach unten und verankern sich anschließend in der Erde. Nun wachsen diese Wurzeln stark und schlingen sich um den Wirtsbaum, so dass dieser schließlich abstirbt. Das Besondere dieser beiden Exemplare hier ist, dass sie auch noch einen zweiten Baum umschlungen haben.

Gestärkt durch die "Kraft des Baumes" 😙strampeln wir weiter zum Lake Barrine. Was für ein kleiner, friedlicher Vulkansee! Wir lassen es uns bei kalten Getränken, Kaffee/Kakao und leckerem Kuchen gutgehen.

Der freundliche Kellner erzählt uns von seinem Austauschjahr in Celle und dass er auch Hannover gut kennen würde.

Am See entdecken wir weitere riesige Bäume, diesmal Koniferen, die so genannten Kauri pines, sie werden bis zu 50 Meter hoch. Wieder stehen wir staunend vor diesem Zwillingsexemplar.

Nun unsere letzten Kräfte zusammennehmen um den letzten Anstieg nach Yungaburra zu schaffen. Zu allem Übel löst sich auch noch Peters Lenker. Nun ist endgültig klar, dass wir die letzten 30 Kilometer nicht mehr fahren können.
Peter hat die Idee, in einem Pub/Hotel nach der/dem BesitzerIn eines davorstehenden, alten Pick-up Geländewagens zu fragen. Vielleicht wäre es ja möglich, dass diese/r uns mit den Rädern gegen Geld zum Campingplatz bringt. Und tatsächlich, dieser Van gehört zwar nicht der Wirtin hinter dem Tresen, aber sie hat auch einen. Ja, sie würde uns in der Notsituation gerne zum Campingplatz zurückbringen. Das Problem sei nur, dass gerade Hauptessenszeit sei und sie deshalb jetzt noch nicht wegkönne. Wir warten natürlich und gönnen uns ein herrlich kühles Shandy (Alster) bzw. ein lokales Bier. Nach einer Weile kommt die Wirtin auf uns zu und sagt, sie hätte 2 Fahrer gefunden, die uns mit ihrem Pick-up jetzt fahren würden. Unkompliziert werden die Räder auf der Ladefläche verstaut und es geht los. Es stellt sich heraus, dass unsere jungen "Taxifahrer" deutscher und englischer Nationalität sind und als Backpacker hier gerade für ein paar Monate auf einer Erdbeerfarm arbeiten, im Hotel wohnen. Wir finden es unglaublich, dass sie, um uns zu helfen, ihr Auto selbstverständlich an mehr oder weniger fremde Personen verleiht, freuen uns aber natürlich sehr darüber, rechtzeitig vor dem Dunkelwerden 'zu Hause' zu sein. Wir wollen den beiden etwas Geld für ihre Mühe geben, sie lehnen dankend mit der Bemerkung ab "... man hilft sich unter Backpackern ..." - was für ein Kompliment für uns, wir gehören dazu. Das Benzingeld für die Wirtin nehmen sie auf unser Drängen dann aber mit.

Am nächsten Tag wollen wir versuchen Platypus (= Schnabeltiere) zu sehen. Diese besonderen, mal wieder auch nur in Australien beheimateten Tiere, sehen so aus:

Wir fahren zu einem kleinen Fluss in Yungaburra, wo sie angeblich zu finden sind, gehen dort am Wasser entlang und warten, immer mal wieder leise und geduldig, ... nichts passiert.

Kannste nix machen, war trotzdem ein schöner Spaziergang. Dann schauen wir uns noch ein bisschen die Kleinstadt Yungaburra an. Hier gibt es eine Reihe "alter" Gebäude, die als Kulturerbe aufgelistet sind.

Gasthaus und Hotel, gebaut 1910

Metzgerei (1922)

Nach einer schönen Wanderung um den Lake Eacham, einem weiteren Kratersee, geht Peter dort schwimmen/tauchent - trotz eines hier lebenden Süßwasserkrokodils. Schilder weisen darauf hin, dass es harmlos sei, wenn man es nicht angreift oder belästigt. Wir haben es nicht gesehen ...

Auch hier gibt es wieder eine besondere Vegetation mit zahlreichen riesigen Bäumen.

Neuer Tag, neues Glück: Wir fahren zu einem Platypus Park, wo wir von einer Führerin zu einem kleinen, sehr schön angelegten See gebracht werden.

Wir lernen, dass die Tiere den ganzen Tag aktiv auf Futtersuche sind und wir ruhig normal sprechen können, denn das zeigt ihnen, dass wir keine Raubtiere sind. Nach einer Weile tauchen tatsächlich zwei Schnabeltiere auf, zwar können wir sie nur von Weitem sehen, aber es ist schön anzusehen, wie sie ihre Runden drehen (wenn Ihr das Foto vergrößert, könnt Ihr vielleicht einen erkennen).

Platypus sind übrigens eine von 2 Säugetierarten, die Eier legen, anstatt lebende Jungtiere zur Welt zu bringen! Auch sind sie eine der wenigen Spezies von giftigen Säugetieren. Die männlichen Schnabeltiere haben einen Sporn am Hinterfuß, der ein Gift versprüht, welches beim Menschen starke Schmerzen auslöst.

Den restlichen Tag verbringen wir mit Autofahren durch die Tablelands, vorbei an hügeligen Landschaften und den trotz Regenmangels schönen "Millstream' Wasserfällen.

Zwischendurch erholen wir uns in dem durch heiße Mineralquellen gespeisten Thermalbad 'Innot Hot Springs'.

Wer an europäische Saunen und Bäder gewöhnt ist, mag vielleicht ein bisschen irritiert sein, denn das Areal um die 6 z.T. sehr kleinen Becken ist recht einfach ausgestattet. Außenliegen zum Ausruhen oder Gastronomie suchen wir vergeblich. Wir können uns nicht vorstellen, für ein solches Ziel über 100 Kilometer weit zu fahren, so wie es zwei supernette Männer aus Cairns getan haben, die wir in einem der Pools kennenlernen.
Das Wasser in einem der Becken ist wirklich SEHR heiß (44 Grad). Es bedarf ein bisschen Zeit und dann schafft es Peter schließlich auch hinein.

Zurück geht es durch Landschaften, die dem Allgäu ein wenig ähneln,

wir merken, es gefällt uns einfach zu gut hier (genau wie dir, Rüdiger) und bleiben deshalb noch eine Nacht in den Tablelands, genauer gesagt in dem Ort Millaa Millaa.
Am nächsten Tag schauen wir uns drei relativ nah beieinanderliegende Wasserfälle an  (ja, die gibt's hier reichlich!).

Zillie Wasserfall

Ellinja Wasserfall

Auf der Weiterfahrt stoppen wir für eine dreistündige Wanderung zum North Johnston Lookout bzw. runter zum Johnston River. Auch z. T. aus Fitness-Gründen, denn regelmäßige Dehn- und Streckübungen sowie Rückenschule Bauch, Beine, Po, Bizeps und Trizeps, Yoga, Zumba etc. machen wir hier nicht, ist alles in Hannover zurück geblieben.

2 junge Deutsche, die vor uns dorthin gewandert sind, sagten der Ausblick sei "ganz O. K.", wir fanden ihn sensationell (wie unterschiedlich Geschmäcker doch sein können!).

Leider fanden dies auch etliche fiese "horse flies", das sind Bremsen, so dass wir diesen schönen Ausguck doch relativ schnell verlassen mussten.

So, nun fahren wir Richtung Süden zum 'Mission Beach". Ich hatte gehört, dass hier noch etliche Cassuaries in freier Wildbahn herumlaufen. Zu gerne würde ich ein solches Tier noch sehen.

Mittwoch, 14.11.2018

Ein bisschen Outbackfeeling

Beim Durchstöbern diverser Prospekte über den Norden Queenslands stößt Peter auf eine auf den Fotos fantastisch aussehende Schlucht (Cobbold Gorge) am so genannten Savannah Way, welcher quer durch Australien führt. Wir müssen jedoch feststellen, dass der Campingplatz an der Schlucht - wegen der in Kürze beginnenden Regenzeit - von November bis März geschlossen ist. Außerdem ist der Weg dorthin auch wirklich sehr weit! Fast genauso spannend erscheinen uns besondere Höhlen, die sich "nur" 200 km westlich der Küste in Chillagoe befinden. Wir tanken (der Benzinpreis liegt bei etwas mehr als 1 Euro pro Liter) und düsen durch die sich schon nach ca. 70 km verändernde Landschaft. Es wird immer trockener und karger. Uns fallen Termitenhügel auf, die plötzlich zahlreich in der Landschaft rumstehen. Bei einem Stopp sind wir überrascht, wie hart diese Gebilde sind. Wie schaffen die winzigen Tiere das bloß?


Es wird immer einsamer auf der Straße. Halbwilde Rinder grasen immer mal wieder am Straßenrand, da müssen wir manchmal schon ganz schön aufpassen. Außerdem sàumen etliche tote Wallabies den Weg. Sie gibt es hier häufig und sie fallen immer wieder dem Autoverkehr zum Opfer.

Schon von Weitem sind Greifvögel zu sehen, die lauernd über ihnen kreisen. Ab und zu heizen lange Trucks (zum Teil mit 3 Anhängern, so was gibt es in Europa gar nicht!) an uns vorbei.

Es kommt Outback-Feeling auf. Wir legen die von Jürgen extra für unsere Reise zusammengestellte Speicherkarte mit chilliger Musik ein (toll, dass dies in unserem Autoradio geht) und freuen uns über die besondere Atmosphäre.

Als allerdings die Straße plötzlich zur Schotterpiste wird, ist Konzentration angesagt, Schlaglöcher und Spurrillen sorgen für langsames Fahren. Na ja, es sind ja nur noch 30 Kilometer ....
Wir kommen am frühen Nachmittag in Chillagoe an und schaffen es gerade noch die Touristeninformation aufzusuchen, die bereits um 15.30 Uhr schließt. In dem ca. 200 Einwohner zählenden Dorf, geht es beschaulich zu. Wir lernen, dass es in Chillagoe von 1901 bis 1943 eine blühende Erz-, Kupfer-, Blei- und Silberindustrie gab, die aber dann durch andere, verkehrstechnisch einfacher zu erreichende Abbaustätten ersetzt wurde. In der Touristeninformation erfahren wir  einiges über die beschwerlichen Lebensumstände der australischen Einwanderer und immerhin gibt es auch zwei Schautafeln auf denen das Leben und Leiden der australischen Ureinwohner,  der Aborigines, nach der Invasion der Europäer beschrieben wird.
Wir kaufen noch schnell Tickets für eine der drei möglichen Höhlenführungen für den nächsten Tag und machen uns auf den Weg zum so genannten "Balancing Rock". Unglaublich wie der hier in der Landschaft steht! Außerdem gibt es weitere schöne Felsen, teilweise mit stark ausgewaschen Aborigines-Malereien.

Auf dem Campingplatz sind wir die einzigen Gäste. Alles hier wirkt ein bisschen aus der Zeit gefallen, aber das macht auch den besonderen Charme des Platzes aus. Wir können uns vorstellen, wie die Arbeiter hier früher einmal gelebt haben.
Als ich am Abend auf die etwas entfernte Toilette gehe, düsen etliche Wallabies verschreckt an mir vorbei. Wie unglaublich schnell sie sind!!!
Am Morgen dann ein schönes Bild vor unserem Camper: viele friedlich pickende weiße Kakadus und anderes lustiges Federvieh.

 

Hier nur ein Einzelexemplar

Auch bunte Papageien kreischen über uns in den Bäumen.

Die ca.1 Stunde dauernde Führung durch die beleuchtete Donna-Cave ist sehr beeindruckend und aufgrund der recht gut verständlichen Ausführungen unseres "Privatguides" (Ja, wir waren tatsächlich alleine) auch sehr informativ.

Wir sind immer wieder begeistert von solchen spektakulären Kalksteinhöhlen, hier sind es nicht nur die riesigen Kammern sowie die üblichen Stalagmiten und -titen, sondern diese hier zeichnet sich besonders durch die verschiedenen Ebenen und Durchgänge aus, über die wir dann schließlich auch wieder nach draußen gelangen. Unser Guide berichtet, dass ein großer Teil dieser Höhle im Jahr 2011 durch enorm starken Regen überflutet wurde, so dass sie 8 Monate geschlossen blieb. Ein bisschen erzählt der Ranger uns auch vom Leben im dörflichen Chillagoe. Er wohnt hier mit seiner Frau und 2 kleinen Kindern. Sobald seine älteste Tochter auf die weiterführende Schule muss, werden er und seine Familie den Ort verlassen müssen. Auf die 200 Einwohner angesprochen, antwortet er nur knapp: es gäbe viel "gossip" (Klatsch und Tratsch) im Dorf.

Hier die Felsformation, die der Höhle ihren Namen gab, erkennt Ihr die Madonna?

Als Teile eines großen unterirdischen Systems gibt es hier auch noch einige Höhlen zum Selbsterkunden, was Peter sehr reizvoll findet. Die erste Höhle, die wir aussuchen, endet nach einem kurzen Abstieg relativ abrupt, ist aber trotzdem recht abenteuerlich. Die zweite Höhle, die nur Peter erkundet, geht steil nach unten und ist dunkel. Seine Handtaschenlampe ist nicht die beste und als es dann auch noch sehr eng wird, kehrt er lieber um.

Noch immer ist unsere Abenteuerlust nicht gestillt und so machen wir uns auf und fahren noch etwas weiter ins Outback auf unasphaltierter, staubiger, rötlicher Straße. Es ist ein bisschen aufregend - ein wenig wie in einem Film! Wir erreichen die "Archways", kein Auto weit und breit zu sehen, schon wieder sind wir die einzigen Besucher. Die Höhlen hier sind ganz anders: halboffen, verwunschen, von Grün durchzogen. viele Schmetterlinge. Wir durchlaufen sie staunend ...

Zurück In Chillagoe wollen wir es nicht versäumen uns noch die Übereste der "smelters", der Mineralschmelzhütten, anzuschauen. Gut zu erkennen sind noch drei Schornsteine, ein paar alte Schmelzöfen und die Ruinen des Labors, in dem z. B. das Eisenerz qualitativ untersucht wurde. Es ist kaum vorstellbar, dass die Menschen bei diesen Temperaturen hier in der Mineralschmelze gearbeitet haben.

Peter kommt schwitzend aus dem Stollen

Nun geht es langsam zurück, mit Jürgens Musik und wieder mit etlichen entgegenkommenden Trucks. Auch ein Baum mit Unterhosen liegt auf dem Weg!

Was das wohl zu bedeuten hat?

Auf dem Rückweg sehen wir auch die neue Einnahmequelle der hiesigen Bergbauindustrie: Wir kommen an etlichen Marmorsteinbrüchen vorbei Was für ein Kraftakt es sein muss, diese  Felsbrocken auszuheben!

Nun geht es zurück in die Zivilisation, wir wollen noch heute in die Atherton Tablelands, eine grüne Hochebene, auf die ich mich schon eine ganze Weile sehr freue, habe ich sie doch bei meinem Besuch im Jahre 1996 nur sehr kurz erleben können.

Sonntag, 11.11.2018

Die erste Woche im Camper

Weit kommen wir nicht nach dem Start in Cairns. (Anm. Geli: Auch ein bisschen deshalb, weil das Linksfahren doch noch einige Konzentration erfordert. Immer wieder knarzt der Scheibenwischer über die trockene Scheibe, weil Peter wie gewohnt den Blinker auf der linken Seite betätigen will, wo allerdings hier der Scheibenwischerschalter sitzt embarassed) Wir haben gelesen von den schönen Stränden nördlich der Stadt. Der Abstecher zum ersten begeistert uns nicht, es ist aber auch windig und z. T. wolkig, ungemütlich. Wir lassen die nächsten aus und landen dann bei dem in Palm Cove, mit Campingplatz, ca. 20km von Cairns entfernt. Dass wir hier gleich bleiben und unsere erste Nacht im Camper verbringen, liegt auch daran, dass es bald dunkel wird. 17:00 ist gerade richtig, um uns noch kurz im Hellen einzurichten und einen kleinen Gang zum Strand zu machen. Und wir sind richtig angetan, schön hier am Meer und grün mit vielen Bäumen/Palmen

und ansprechend hergerichtet mit parkähnlichen Wegen und netter Promenade und vielen kleinen und großen Restaurants mit gemütlichen Lichtern.

In einem Open-Air Café spielt eine Ukulele-Band. Das Besondere: im Publikum sitzen viele 'Mitspieler', die ein Songbook vor sich haben, nach Ansage des Bandleaders blättern und dann mit ihren Ukulelen in den präsentierten Song einstimmen. Rechts und links zwei ältere Damen, adrett herausgeputzte Fans, die ebenfalls mitspielen.

Auch der Campingplatz ist gut, tolle sanitäre Anlagen, großer überdachter und beleuchteter Küchenplatz mit allem Drum und Dran, schattig mit Bäumen und Büschen.

Wie wir immer wieder erleben werden, gehört eine Küche mit Herd, großen Barbecue-Bratplatten, Kühl- und Gefrierschrank, Töpfen, Pfannen etc. zur freien Benutzung für alle zu jedem Campingplatz in Australien, natürlich je nach Standard mehr oder weniger vollständig ausgestattet. Wir nutzen diese Möglichkeit, müssen uns nicht auf unsere kleine Küche im Camper beschränken. Obwohl hier mal gesagt sei, dass dieser wirklich gut ausgestattet ist und alles funktioniert! Wir mögen ihn!

Neben uns in einem ähnlichen Campervan, ein bisschen länger, eine 5-köpfige Schweizer Familie aus der Nähe von Genf, auch 1 Jahr unterwegs! Die drei schulpflichtigen Kinder werden von den Eltern unterrichtet, nehmen ein zu wiederholendes Schuljahr in Kauf und sehen die Erlebnisse auf dieser Reise als die wertvollste Schule an, die man/frau haben kann - wie wahr! Und sie haben einen Blog, dessen Adresse sie mit Wachsmalstiften gut lesbar außen an's Auto geschrieben haben (deswegen hier: veryfamily.blog). Jedenfalls gefällt uns hier alles so gut, dass wir noch 3 Tage bleiben, uns mit allem vertraut machen, ausruhen und auch mal wieder die direkte Nähe zum Meer genießen. Eines geht allerdings nicht: Schwimmen und Laufen an der Wasserkante. Überall warnen Schilder vor Quallen (marine stinger) und - Salzwasser-Krokodilen! 🐊

Es gibt ein mit Netzen abgetrenntes und bewachtes Areal im Meer (stinger net), wo gebadet werden kann. Das nutzen wir, ein bisschen mulmig ist mir schon, trotz der Netze. Andererseits kann ich kaum glauben, dass in diesem z. Zt. vom Wind aufgewühlten und stark welligen Wasser Krokodile herumschwimmen. Bis ich entsprechende Fotos/Videos sehe, aber davon später mehr.

Dann weiter, wollen wir doch an der Küste entlang soweit nach Norden wie befestigte Straßen es erlauben, Cape Tribulation liegt dort und ist unser Ziel. An dieser Stelle treffen zwei Welt-Naturerbe-Stätten direkt aufeinander - der Daintree-Rainforest und das Great Barrier Reef.
Bei der Abfahrt endlich ruhiges Meer und sonniges Wetter, eigentlich ideal für eine geführte Paddeltour zu zwei Palm Cove vorgelagerten kleinen Inseln mit Riff und Schildkröten und Exklusiv-Resort.

Der Anbieter hat seinen Stand direkt vor dem Campingplatz, die Kayaks liegen bereit, ich hatte mich informiert. Doch nun passt es nicht, wir wollen ja weiter. Gedanken: 'vielleicht auf dem Rückweg?'

Auf der Strecke wieder schöne Zwischenziele - das erste: Port Douglas, wo wir kurz einkaufen in unserem mittlerweile Lieblingssupermarkt Coles und dann ein bisschen laufen, erst zu einem Park am Meer

und dann an der Küste zu einem Aussichtspunkt auf einer Anhöhe mitten im Wald (Anm. Geli: Trinity Bay Lookout mit Blick auf den wunderschönen Four-Mile Beach).

Teilweise ist der Weg gesperrt, Regenfälle haben einiges weggeschwemmt, wir nutzen die Straße. Mit Mühe kann ich Geli überreden, wenigstens auf dem Rückweg die Abkürzung über den gesperrten Weg zu nehmen. Wir kommen mit etwas Klettern gut oberhalb der Stadt an, sind wieder auf regulären Wegen, sie fand es dann doch gar nicht schlimm. Aber wie nun zurück zum Auto? Die Straße führt zu weit ab. Nach meinem Gefühl wäre es gut, jetzt einen Weg rechts runter zu finden. Da, eine abschüssige Wiese! An deren unterem Ende ist nicht erkennbar, ob ein Durchkommen zur Stadt möglich ist. Ich gehe voran, steil, wieder ein bisschen klettern, aber es geht. Geli bekommt meine Hand - geschafft, wir sind wieder bei Coles, unweit unseres Parkplatzes.

Wir haben von der schönen Mossmann-Schlucht gelesen und steuern diese als nächstes an. Parken am Infozentrum, kurz abklären, wie wohin. Es fährt ein kostenpflichtiger Bus bis zum Eingang der Schlucht. Selber dorthin fahren geht nicht - Aborigines-Gebiet, sie möchten in ihrem Dorf ungestört bleiben. Zweite Möglichkeit: laufen, das machen wir. Es zieht sich etwas, erst pralle Sonne, dann kühlerer Wald. Als wir ankommen, sehen wir von einer Schlucht nicht viel, hier wächst dichter Regenwald, ab und zu sind Zugänge zum felsigen Fluss mit Badestellen möglich.

Buschhühner sind in diesen Tagen häufige Begleiter

Wir machen also wieder eine kleine Wanderung durch Regenwald, der uns aber immer noch begeistert, teilen diese Freude mit Leuten, die wir unterwegs treffen. Als wir zurück zum Eingang kommen, steht gerade ein Bus mit offenen Türen bereit, so offen, dass wir nicht anders können als einfach einzusteigen und Platz zu nehmen, keiner fragt nach irgendwas. So kommen wir recht bequem zum Camper zurück und können unsere Fahrt fortsetzen. Leider neigt sich der Tag schon wieder dem Ende zu, auch heute kommen wir also nicht viel weiter. Campingplatz suchen, 'Wonga-Beach' wird es, nicht so doll, wir sind verwöhnt. Essen, duschen, schlafen. Erst am nächsten Morgen ein kurzer Gang zum Strand. Sehr schön, menschenleer, sie haben hier soviel davon.
So, heute wollen wir ankommen. Obwohl, wir würden vorher noch gern mal die überall erwähnten Krokodile in freier Wildbahn sehen, wir können es ja immer noch nicht richtig glauben. Dazu werden an verschiedenen Plätzen ab dem Daintree-River Schiffstouren angeboten, wir steuern sie zum Vergleichen alle an ...
1. Anbieter: Nette Anlage mit kleinem Laden mitten im Wald, freundliche junge Dame. Auf einem der Regale ist ein grüner Plastiklaubfrosch ausgestellt - Moment mal - der ist ja echt!

Es hat handelt sich um einen White-lipped frog und er lebt im Laden, wie uns die Dame erklärt. Jedenfalls geht die nächste Tour um die Mittagszeit los. Das ist ungünstig, weil entsprechend der Tide noch Hochwasser ist und dann kaum Krokodile zu sehen sind. Sie bietet uns an, kostenlos wiederkommen zu können, wenn wir keine Crocs sehen. Das ist ein gutes Angebot, passt aber überhaupt nicht zu unseren Reiseplänen. Die sollen uns ja so schnell wie möglich weit über den hier riesigen Daintree-River führen, der in gewisser Weise die Grenze zwischen "zivilisiertem" Australien und der Wildnis darstellt. Dort werden wir nur eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten vorfinden, also decken wir uns an dem Getränke-Großhandelsfahrzeug, das gerade zufällig auf dem Parkplatz steht, mit 12 großen Flaschen Wasser ein. Das erste Angebot wollen wir uns nun überlegen und fahren mal zum nächsten. Dort wird die Tour auf einem Solarboot angeboten, wg des fehlenden Motorlärms vielleicht nicht schlecht und günstiger auch noch. Aber wieder die ungünstige Zeit. Wir überlegen weiter und schauen uns um die Ecke schon mal den beeindruckenden Fluss und die nicht weit entfernte Fähre an. Auf dem Anleger treffen wir zwei ältere australische Frauen, die hier wohnen und uns einiges zu den Krokodilen und dem Leben sonst erzählen. Als sie von unserer großen Reise nach viel Lebensarbeit erfahren, erwähnen sie ihren großen Plan, den sie jetzt nach ihrer vielen Lebensarbeit umsetzen wollen. Sie warten gerade auf ihre Männer, die mit einem neuen Hausboot auf dem Weg hierher sind, mit dem sie im nächsten Lebensabschnitt herum schippern wollen.

Wir entschließen uns, auf den letzten Anbieter zu setzen, der auf der anderen Seite, schon in der "Wildnis", die Tour in einem Creek (kleinerer Flusslauf) anbietet und der uns von anderen Reisenden empfohlen worden ist. Also freundliche Verabschiedung und Auffahrt zur Fähre, kaum Wartezeit.

Jetzt sind wir im wilden Norden.

Anm. Geli: Hier einer der schönsten Ausblicke unserer bisherigen Reise,  der Alexander Lookout

Trotzdem bekommen wir aber nach einigen Kilometern im Café am Noah Beach, in dem wir die Tour buchen, heiße Schokolade und guten Kaffee. Der Strand auch hier sehr schön, dichtes Grün an weißem Sandstrand. Am Treffpunkt dann ca. 10 Personen. Darunter wieder eine Familie, diesmal aus Karlsruhe, ein 3/4 Jahr unterwegs, 2 Kinder 6 und 9 Jahre alt, die sie mit Sondergenehmigung als Pädagogen in dieser Zeit selber unterrichten dürfen. Was alles möglich ist, wenn Menschen von einem Plan überzeugt sind ...
Der Bootsführer, ein älterer und hier sesshafter Australier, fährt mal langsam, mal schneller auf dem Creek durch die zum Teil wunderschöne Flusslandschaft.

Die ausführlichen Erklärungen zur Landschaft und den Krokodilen werden trotz meiner Bitte um Pausen durchgehend sehr schnell und australisch breit-nuschelig abgegeben. Selbst Geli kommt nicht mit, weist mich ab, wenn ich versuche, Übersetzungen von ihr zu bekommen, sie muss sehr konzentriert zuhören, um überhaupt irgendwas zu verstehen. Es geht vorbei an üppigen Mangrovenwäldern, die eine wichtige Rolle in diesem Ökosystem spielen.

Wir fahren und warten und fahren und warten ...

Irgendwann schließlich leise Aufregung: ein Teilnehmer hat ein Krokodil gesichtet! Eine Salzwasser-Krokodildame schwimmt langsam am Ufer entlang, mal mehr, mal weniger unter Wasser.

Sie soll ihr Nest in der Nähe haben, ist ca. 2,5 m lang. Der Bootsführer kennt sie anscheinend alle. Die Kinder sind besonders angetan und ich steigere ihre Spannung noch, indem ich ab und zu meine Hand über Bord halte, scheinbar um das Krokodil anzulocken. Der Junge hilft mir dann, meine Hand wieder 'in Sicherheit' zu bringen. Wir beobachten fasziniert eine Weile. Ein solches Tier kennen wir nur aus Filmen und von Bildern, aber das hier und sein Leben in dieser Umgebung und unser Dabei-Sein sind echt. Das Boot fährt behutsam vor und zurück, um in Sichtweite zu bleiben. Schließlich setzen wir die Fahrt fort, die ja nun erfolgreich war. Etwas später aber dann erneute Aufregung. Ein stattliches männliches Krokodil, ca. 4,5 m lang, ebenso unbeeindruckt von unserer Gegenwart, zieht durch's Wasser.



Wir sind begeistert und haben anscheinend einem Spezialisten an Bord, der einen Blick für die Tiere hat, und es ist nicht der Bootsführer! Die Frau des erneuten Krokodilentdeckers erzählt mir auf Nachfrage, dass ihr Mann sich sehr für diese Tiere interessiert, sie bereits auf einer Krokodilfarm in der Nähe waren und er sich dort viele Informationen geholt hat. Jedenfalls haben wir mit ihm nun einen Ansprechpartner, gebürtig aus Neuseeland, der für mich langsam gut verständliches Englisch spricht und uns einiges erklärt, was wir vorher einfach nicht verstanden haben. Leider gehen nach der Fahrt alle schnell wieder ihrer Wege, auch die Familie mit den netten Kindern fährt zu ihrem Campingplatz ein Stück zurück. Sie wollen ebenfalls Richtung Sydney und wir verabschieden uns sehr freundlich, vielleicht treffen wir uns ja nochmal wieder.

In Cape Trib(ulation) hat der ursprünglich vorgesehene Campingplatz direkt am Meer bereits geschlossen, wir sind in der Nebensaison. Geli hat einen weiteren entdeckt, dort sollen auch Touren zum hier nicht weit entfernten Great Barrier Reef angeboten werden. Wir buchen erstmal für unseren Camper und lassen uns dann die Unterschiede/Vorzüge des hiesigen Tourangebotes im Vergleich zu den Ausflügen von Cairns erklären: nur 25 Min bis zu einem schönen Korallenriff, kleine Gruppe (17 Leute) an Bord, die Unterwasserwelt noch sehr ursprünglich, da hier im Vergleich zu Cairns nur wenig los ist. Ergebnis: Wir buchen! Für übermorgen (vorher ist kein Platz mehr). Wir haben allerdings immer noch Rüdigers Empfehlung für die 'Passions of Paradise' im Kopf, die von Cairns aus zum Reef fährt. Heimlich kommt irgendwie der Gedanke auf: dann machen wir eben beides!
Der Stellplatz ist schön, ganz nah am Regenwald, deswegen besonders nachts viele Geräusche und manche Tiere, die herumhüpfen und -schleichen. Nur kein Cassowary, dem Geli so gern mal begegnen würde (ein großer Laufvogel, schwarzes Fell/Federn, große Füße, knallbunter Kopf mit 'Helm', stark vom Aussterben bedroht, Vorbild für Jurassic Parc-Dinovögel). Wir kochen in einer auch hier vorhandenen großen Gemeinschaftsküche, treffen dort viele junge Leute, die ebenfalls ein Stück weit dem 'wilden Australien' begegnen wollen - Austausch über dies und das. Bei uns gibt's Linsensuppe, improvisiert. Nicht alle vertrauten oder auch unbekannte Zutaten finden Eingang, wieso kochen wir auch ausgerechnet hier so ein deutsches Essen. Schmeckt aber doch und reicht für 2 Tage. Nun haben wir einen Tag zum Erkunden dieses doch sehr abseits gelegenen Ortes. Wir beginnen mit einem langen Boardwalk durch den Regenwald.

Vorbei an Palmenwäldern

und den höchsten Gräsern Australiens

laufen dann komplett allein am endlosen Strand

 

durchqueren an einer seichten Stelle einen Creek (Achtung! Bevorzugter Lebensraum der Krokodile),

finden dank MapsMe den Weg über Stock und Stein zurück zur Straße, beobachten dort auf einem Parkplatz, wie der Guide seiner Gruppe eine kaum erkennbare Springspinne zeigt

Diese Spinne ist in der Lage sich farblich an ihre Umgebung anzupassen

und genießen einen Lookout in der Nähe des eigentlichen Kaps.

Über die Straße geht's zurück zum Camping, kein Problem, Autos fahren nur ganz selten. Vorbei an Bäumen voller bunter Papageien, die ein Riesenspektakel veranstalten, schon von Weitem zu hören. Neben unserem Camping finden wir 3, 4 andere Häuserk und einen kleinen Supermarkt (mit Magnum-Mandel-Eis! Das gönnen wir uns). Und das war's schon fast, wirklich ein kleiner, letzter Posten der Zivilisation, weiter geht's dann nur noch mit 4WD. Wir ruhen uns am Pool ein bisschen aus (so etwas gehört auch fast zu jedem Campingplatz).

Abends gehen wir ein Stück weiter im Whet-Café essen, soll gut hier sein und ist es auch. Viele 'Abenteurer' an den Nachbarplätzen, hier in Cape Trib trifft sich eine bestimmte Art von Menschen. Der Weg hin und zurück nahe der Straße führt z. T. durch dunklen Wald und ist nur mit Taschenlampe zu bewältigen, Beleuchtung gibt's nicht, auch nicht auf der Straße, auch nicht an den Stellplätzen auf unserem Camping. Beim Essen plötzlich Kerzenlicht, das durch die Tische getragen wird zu einem jungen Pärchen. Die Frau hat Geburtstag, die Mitarbeiter des Cafés stimmen "Happy Birthday" an und wir singen alle mit. Ihr ist es peinlich und auch wieder nicht, ist doch eine schöne Überraschung und irgendwie schön auch für uns, alle haben ein Lächeln im Gesicht.
Früh aufstehen, 8:00 Treffen an der Rezeption und Einweisung in die Schnorcheltour zum Reef. Leider trüb heute, wir hätten gern strahlenden Sonnenschein auf dem Meer. Wegen der gefährlichen Quallen, von denen wir ja schon in Palm Cove gehört und gelesen hatten, bekommen wir schwarze Ganzkörperanzüge. Gesicht und Hände sind angeblich nicht gefährdet. Soviel verstehe ich noch, ansonsten aber wieder Erläuterungen in hoher Geschwindigkeit und breitestem Slang. Geli kann nicht helfen, versteht selber kaum (s. o.). Wir laufen durch den Wald zum Strand, ich spreche die junge Frau unterwegs freundlich an, ob sie vielleicht etwas langsamer sprechen könnte. Das scheint ihr nicht zu passen, ziemlich patzig erklärt sie mir wiederum kaum verständlich so etwas wie 'ich bräuchte wohl einen Übersetzer' ... Habe ich das jetzt richtig verstanden?

Am Strand dann kann das Boot ja nicht hochfahren, wir müssen ein Stück durch's Wasser. Krokodile? Sie erklärt (langsam und deutlich), dass seit Jahren an dieser Stelle nichts passiert sei, sie uns aber trotzdem darauf aufmerksam machen müsse, dass die Gefahr theoretisch besteht ... Beim Aufsteigen auf's Boot ist sie mir behilflich. (!) Wir rasen mit hoher Geschwindigkeit über die Wellen (deshalb nur 25 Min, nicht gerade ökologisch korrekt), das Boot hüpft gelegentlich, manchmal im Takt der voll aufgedrehten Rock-Musik, AC/DC ist angesagt. Das hat was, wir kommen in Stimmung! Und die Sonne lässt sich auch kurz mal blicken, vielleicht wird das ja noch was. 12,5 Seemeilen weiter der erste Schnorchelspot. Ein bisschen unheimlich finde ich es schon, so mitten auf dem Meer mit einigem Wellengang von Bord zu gehen und sich dem Wasser zu überlassen. Da bin ich nicht der Einzige, ein paar junge Frauen müssen sich sehr überwinden. Ein Stück weiter ist aber eine Sandbank zu sehen, die wir zwar nicht betreten dürfen, die aber deutlich macht, dass wir uns nicht über endlosen Tiefen befinden.

Ich lasse mich seitwärts des Bootes von oben in's Wasser fallen und probiere die zur Verfügung gestellte Schnorchelausrüstung aus, das ist für mich nun zusätzlich ungewohnt. Meine eigene Ausrüstung habe ich aber mitgenommen - für alle Fälle. Ich versuche, durch den Schnorchel zu atmen. Ist ja auf Dauer vielleicht einfacher als meine übliche Methode, ohne Schnorchel unter Wasser auszuatmen und nur kurz zum Einatmen aus dem Wasser aufzutauchen. Aber mit dem Schnorchel komme ich nicht zurecht. Ich habe das Gefühl, nicht genug Luft hin und her bewegen zu können, der Widerstand ist mir zu groß, ich bekomme das Gefühl von Atemnot. Also weg damit. Die vorhin so unfreundliche Einweiserin hat mich beobachtet und fragt (gut verständlich), ob alles in Ordnung sei, nimmt mir ohne Kommentar den Schnorchel ab, den ich kurzerhand aus der Halterung an der Maske gezogen habe. Jetzt geht's los! Das Wasser ist klar, viele Korallen sind zu sehen und Fische aller Art, Stellen, wo sie sich ballen und manchmal etwas verstecken. Durch die fehlende Sonne sind die Farben nicht so intensiv, das liegt aber auch an der an einigen Stellen sich ausbreitenden Korallenbleiche. Ein Holländer,  der bereits vor 20 Jahren schon mal hier war, bestätigt dies. Und es ist kalt im Wasser, gut für die Korallen, nicht so gut für uns. Wir hatten auf unserer Reise schon bessere Tauchgründe, bis auf die - Schildkröten!

Mangels Unterwasserkamera genau eine solche Schildkröte aus dem Internet, Korallen allerdings weniger farbenfroh

Die begegnen uns hier wie selbstverständlich, zum Anfassen nah. Das sollen wir aber nicht und halten uns natürlich auch dran. Ein bisschen müssen wir die Zähne zusammenbeißen wegen der Kälte. Geli sieht für mich erschreckend verfroren aus, so sehr, dass ich sie nicht mal in diesem Zustand an Bord fotografieren mag. Da kommt die kleine Pause ganz recht, wir fahren ein Stück zum nächsten Spot. Auch hier wieder eine Schildkröte. Wir haben ein spezielles Handzeichen vermittelt bekommen, das wir zeigen sollen, wenn jemand eine entdeckt. Das funktioniert gut. Zwischendurch ein paar Sonnenstrahlen, mehr wird's leider nicht.

 

Auf dem Rückweg ist mir dann auch sehr kalt, ich ziehe den oberen Teil vom Anzug runter, nass und Fahrtwind ist zuviel. Gegen 13:00 sind wir zurück am Campingplatz, das höchste Glück ist jetzt die heiße Dusche. Danach den Rest unserer Linsensuppe, das tut gut. Im Rückblick war die Tour gut, wenn sie auch nach den Taucherlebnissen in Indonesien keine Begeisterungsstürme bei uns entfacht hat. Die Fahrt hat Spaß gemacht, die Betreuerin hat doch noch freundliche Seiten gezeigt, das Tauchen und Erlebnisse-Teilen in einer Gruppe war besonders, einen kleinen Teil des GBR kennenzulernen war eine Ehre. Wir können es jetzt aber auch gut wieder sich selbst überlassen, menschliche Besucher haben hier ja auch eigentlich keinen Platz. Die Tour von Cairns aus werden wir aus diesen und reisetechnischen Gründen nicht mehr machen. Am Nachmittag fahren wir kurz an das besagte Ende befestigter Straßen, schreiben den Kilometerstand auf und beginnen die Fahrt südwärts, die uns bis zum 24.12. nach Sydney führen soll.

Eine kleine Pause legen wir noch auf einem südlich von Cape Trib gelegenen Campingplatz ein, auf dem Cassowaries ihre Runden drehen sollen. Geli hat die Hoffnung nicht aufgegeben und dreht ebenfalls ein paar Runden. In der Zeit mache ich ein kleines Nickerchen, bin müde und wir wollen heute noch ein längeres Stück fahren, Bett ist ja immer dabei. Aufgeweckt werde ich dann netterweise nicht von Geli (war wieder nichts mit dem Cassowary), sondern von einem Papagei, der mich im Camper besucht.

Er lebt auch hier, zusammen mit einigen  Schlangen und Wallabies (kleine Känguru-Form), die von den Betreibern gehalten werden und die aufgrund verschiedener Beeinträchtigungen in freier Wildbahn nicht überleben würden. Dem Papagei gefällt es gut bei uns, nur mit Mühe gelingt es dem Besitzer, ihn heraus zu locken, damit wir unsere Fahrt fortsetzen können. Die geht nun straight durch bis - Palm Cove! War einfach schön hier und vielleicht ja noch die Paddeltour ... Also wird unsere 1. Woche dort enden, wo sie auch begonnen hat und das ist gut so. 

Das Wetter ist wolkig, sonnig, stürmisch, paddeln geht leider wieder nicht. Deshalb ein Tag auf der Krokodil-Erlebnisfarm, von der wir ja schon gehört hatten und die nicht allzu weit entfernt liegt. Wir fahren nun zum 3. Mal die wunderschöne Straße direkt am Meer entlang, jedesmal begeistert. Die Zeit mit den Krokodilen und anderen Tieren vergeht dann wie im Flug. Viele Attraktionen greifen ineinander, wir müssen gucken, dass wir jeweils rechtzeitig da sind. Fütterung von Salz- und Frischwassecrocs,

Salzwasserkrokodilsfütterung

Sich jagende Salzwasserkrokodie

Süßwasserkrokodile (sind kleiner und haben eine andere Schnauze)

Führung zur Krokodilszucht, Bootsfahrt über einen Creek,

Koalas,

Schlangen und - Cassowaries!!

Das alles mit vielen Erläuterungen und witzigen Anekdoten, aber auch Problematisierung des Umgangs der Menschen mit diesen Tieren, teilweise verständlich, teilweise wieder nicht. Die Haltungsbedingungen für die Tiere scheinen uns ganz akzeptabel zu sein. Den Ansatz, der australischen Bevölkerung einen anderen Umgang mit den so besonderen Tieren näher zu bringen, als 'abknallen' oder 'überfahren' (Cassowaries), finden wir unterstützenswert.  Die Krokodilszucht mit den Eiern der hier lebenden Krokodile ist allerdings nichts anderes als ein lukrativer Einkommensbereich, da das Leder und das Fleisch kommerziell vermarktet werden. Er ergibt sich aus der Haltung der Tiere hier, die eine weitere Vermehrung nicht vorsieht. Die Eier müssten sonst vernichtet werden. Vergleichbar ist das vielleicht mit einer Hühnerzucht bei uns in einem nach oben offenen Stall.

Wenn das 'Schlachtgewicht' erreicht ist, findet eine schmerzfreie Tötung statt, wie uns auf Nachfrage erläutert wird.

Am Ende der verschiedenen Führungen wird die Zuschauerrunde jeweils zu Fragen ermuntert und die kommen auch!

Kinder und Erwachsene scheinen das gewohnt zu sein und beteiligen sich rege. Bei den Schlangen wird ein/e Assistent/-in aus dem Publikum gesucht zum Halten der Tiere. Ein Mädchen übernimmt das und traut sich was! Nur sprachlich scheint ihr der Austausch etwas schwer zu fallen. Der Grund: sie ist aus Norwegen und mit ihrer Familie hier im Wohnmobil unterwegs, wie uns der Vater später erklärt. Austausch von Australien-Erfahrungen, wir können schon mitreden! Der Tag hat uns gefallen, nun freuen wir uns auf unser Essen in der Campingküche.

Dort treffen wir das junge deutsche Pärchen wieder, die wir gestern abend schon kurz kennengelernt haben, Fabian und Sarah, 25 und 22 Jahre jung. Sie werden auch ein Jahr, vielleicht länger unterwegs sein. Wenn wir uns begegnen, nimmt das Reden kein Ende. Es ist aber auch so interessant, was die beiden erleben und erlebt haben und sie sind sehr sympathisch! Eigentlich ist ihre Situation im Moment ziemlich blöd. Sie sitzen seit 4 Wochen in Cairns und Umgebung fest, weil die Papiere für ihren kleinen Mitsubishi-Camper, den sie hier gekauft haben, von den zuständigen Ämtern in einem anderen Bundesstaat nicht bearbeitet und verschickt werden.
Sie versuchen das Beste draus zu machen und kleine Unternehmungen zu genießen. So waren sie auch an dem Tag in Palm Cove, als wir morgens Richtung Cape Trib aufgebrochen sind. Sie erzählen uns, dass am Nachmittag plötzlich Aufregung am Strand herrschte und dieser von der Wasserwacht geräumt wurde. Der Grund war eine Krokodilssichtung direkt vorm Strand! Fabian zeigt uns ein entsprechendes Video, das er aufgenommen hat. Nun müssen wir es glauben, hier ist Krokodilsland!

Wir haben über WhatsApp Kontakt vereinbart und unsere Blogadressen ausgetauscht. Sie werden auch Richtung Sydney fahren und wir hoffen, dass wir uns wieder treffen. So beginnen wir in aller Ruhe die zweite Camperwoche, bleiben wieder 3 Nächte hier.

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